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Donnerstag, 23. August 2007

Tibetan Travel Permit

Man koennte wirklich ausrasten. Wir haben gestern den kompletten Tag dazu verwendet von Ost nach West durch Peking zu cruisen und sind fast verzweifelt. Und wer ist daran Schuld? Ein paar Amerikaner, die meinten im Mount Everest Base Camp eine Free Tibet Aktion durchziehen zu muessen. Ich weiss nicht genau, was Sie gemacht haben, ob sie jetzt nur eine tibetische Flagge gehisst, oder eine chinesische Flagge verbrannt haben, aber direkt danach hat das Tibet Travel Office die Regeln geaendert. Jetzt darf man nur noch in einer Gruppe mit Guide nach Tibet. Die Amerikaner haben wirklich das Gegenteil davon erreicht, was sie wollten, denn international hat kaum jemand von ihrer Aktion Notiz genommen - oder habt ihr vorher schon davon gehoert??? - und jetzt kommen internationale Touristen noch schwerer nach Tibet, was das Tibet-Problem auch nicht weiter in der Welt verbreiten wird!

Wir sind also kreuz und quer durch Peking gefahren, um herauszufinden, welche Travel Agency am guenstigsten ist. Ausserdem muessen wir darauf achten, dass es ihnen egal ist, ob wir auch wieder aus Lhasa abreisen. Die einzigen guten Nachrichten dabei sind, dass keiner wirklich die Permits zu kontrollieren scheint, sobald man in Lhasa ist. Wir haben viel im Internet gesucht, und es haben genuegend Leute unsere Route abgefahren ohne kontrolliert zu werden, und das nach der Aktion der Amerikaner. Wir hoffen also immer noch unsere Route fahren zu koennen.

Das Beste am gestriegen Tag waren wirklich die Radstrecken, denn es macht ungeheuer Spass hier Rad zu fahren. Wir wurschteln uns durch den Verkehr, nur die schlecht Luft stoert immer noch, denn man hat sehr haeufig Dreck in den Augen. Der Smog hat aber auch Vorteile: So kann Axel den ganzen Tag ohne Sonnencreme herumfahren, ganz ohne Sonnenbrand! Die Einheimischen fahren auch oft mit einem richtigen Visir, vielleicht kann ich davon mal ein Foto machen. Gestern Abend haben wir uns dann das erste Mal getrennt. Axel war noch im Internet unterwegs, und hat festgestellt, dass er seine Bankkarte im letzten Automaten vergessen hat. Ich war mit ein paar internationalen Jungs Fussball spielen. Richtig lustig, dafuer habe ich jetzt an beiden Fuessen Blasen, denn ich habe versucht mit Wanderstiefeln zu kicken... :)

Heute sind wir frueher aus dem Bett gekommen, ohne Fruehstueck zur Bank, aber haben die Karte nicht wiederbekommen. Danach zum Bahnhof, um heraus zu finden, ob wir ueberhaupt unsere Raeder mit in den Zug nehmen koennen. Es geht, aber es hat uns ca. drei Stunden gekostet, um das zu erfahren. Ich weiss nicht, wie diese Stadt die Olympischen Spiele ausfuehren will, wenn am groessten Bahnhof, am englischsprachigen Informationsschalter eine Frau steht, die kein Englisch kann! Auch die Taxifahrer, egal wo man hinkommt. Nicht mal die Strassennahmen sind alle uebersetzt. Das wird ein heiden Spass fuer die Besucher werden! Wir konnten uns dann so durchmogeln, indem wir auch mit Bildchen kommuniziert haben.

Fantastisch war auch das Umtauschen der restlichen Honk Kong Dollar in Yuan. Man glaubt es kaum, aber auch das hat uns eine Stunde in einer grossen Bankfilliale hier gekostet. Als ob man ein Visa beantragt, oder etwas Aehnliches, wollten sie von uns Paesse, mehrere Unterschriften und es gab bestimmt fuenf Formulare mit mehreren Stempeln drauf, bis wir endlich knapp 1400 Honk Kong Dollar umgetauscht hatten. Das sind ca. 140 Euro! Kein Mensch weiss, warum eine einzelne Person nur 700 Dollar umtauschen darf...

Leider war unser Tag schon fast vorbei (wir hatten immer noch nichts Ordentliches gegessen) und uns blieben im Endeffekt noch 4 Stunden im Sommerpalast. Das ist ein wirklich schoener Palast mit vielen kleine Haeusern im chinesichen Stil und einer riesigen Parkanlage, in der wir schon alleine einen Tag haetten verbringen koennen. Es macht keinen Spass, wenn man sich dann nicht mal die Zeit nehmen kann, sich in Ruhe an das Seeufer zu setzen und die Menschen zu beobachten, und wenn man es nicht einmal bis auf die andere Seite des Sees schafft, wo eigentlich die beruehmteste Bruecke steht.


Aber das ist vielleicht etwas zu pessimistisch, denn neben dem Radfahren war es schon das was uns heute wieder aufgebaut hat. Und natuerlich, dass wir auch sicher sein koennen, dass wir mit Raedern nach Lhasa kommen. Also, verhungert sind wir nicht, und unseren Spass hatten wir auch am Ende des Tages. Ausserdem war es ein kleines Training, denn wir sind ca. 55km mit dem Rad durch die Stadt gefahren.

Morgen werden wir dann sicher auch mal die anderen grossen Sehenswuerdigkeiten besuchen, wie die Verbotene Stadt oder den Tiananmen Square (Platz des himmlischen Friedens), ueber den wir bissher zwar 4 bis 5 mal drueber geradelt sind, aber nie angehalten haben.

Montag, 20. August 2007

Salz und Axel

Laetitia, das nette Maedel, mit dem wir uns in HK getroffen haben, hat uns noch unser Namen auf Chinesisch geschickt:

米高 (Michael)

艾素 (Axel)

Thanks Laetitia!

Ankunft in Peking

Seit heute um 16.00 haben wir den echten chinesischen Boden unter den Fuessen. Nach 24 stuendiger Fahrt im Nachtzug von Hong Kong sind wir sicher in Peking angekommen. Die Betten im 6er Abteil ohne Tuer waren gar nicht so unbequem. Nur das Wasser war am naechsten Morgen leer und mit Waschen war nix.

Die Einreiseformalitaeten waren auch schnell erledigt. Hatten zwar erst bissl Angst bekommen als sich lauter Grenzbeamten fuer die Raeder interessierten, es stellte sich aber heraus dass die wirklich nur die Raeder begutachten wollten. Einer fing sogar an von der Sauberkeit in Duesseldorf zu erzaehlen, die ihn so beeindruckt hatte.

Es konnte also losgehen mit der ersten richtigen Radstrecke. Der Verkehr hier ist auch wirklich einfacher als man es sich vielleicht vorstellen mag. An allen grossen Strassen gibt es riesige fuer Radfahrer, Taxen und Busse reservierte Spuren, meist sogar durch einen Gruenstreifen von den Autospuren abgetrennt. Wie auch immer, alles ganz einfach, nur die schlechte Luft nervt. Es kommt fast schon eine Art Wir-Gefuehl auf unter den Unmengen von anderen Radfahrern.

Die Jugendherberge ist bei gleichem Preis viel besser ausgestattet und sauberer als in Hong Kong. Auch das Essen hier ist merklich preiswerter. Bloed ist allerdings der Mangel an englischsprechenden Leuten. Selbst mit dem Point-It Bildwoerterbuch kamen wir nicht weit: Als ich auf die Mineralwasserflasche mit Glas zeigte sagte die Bedienung freudig "Ahh, Tsing-Tao!". Wir waren schon maechtig stolz dass wir ein neues Wort gelernt hatten, spaeter kam sie allerding mit zwei Flaschen Tsingtao Bier an. Da haben wir dann auch nicht nein gesagt.

Morgen holen wir die Travel-Permits fuer Lhasa (koennte so drei Tage dauern) und schauen uns vielleicht noch die verbotene Stadt an.