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Donnerstag, 21. Februar 2008

Deutsche in Thailand!

Wir waren gerade erst gestartet, hatten die ersten 20 km zurueckgelegt und die Beine in Schwung gebracht, da taucht neben uns ein braungebrannter, blonder Typ mit Thai-Frau und Kind auf dem Roller auf. Kalle ist sein Name, und wir muessen sofort zum Schweizer kommen, da gibt es richtigen Kaffee. Ok, einen Kilometer weiter kommen wir bei der deutschsprachigen Enklave in Ostthailand an. Es haben sich zwei pensionierte Deutsche bei dem Schweizer versammelt und ein dritter gesellt sich schon bald mit seiner morgentlichen Bierdose dazu. Der Schweizer stellt die Ruhe in sich da und sein Kaffee ist tatsaechlich trinkbar. Er kommt auch am sympatischsten rueber. Man wuerde nicht erwarten, dass er sich eine Frau in Thailand gekauf hat. Lustig ist das Hintergrundbild auf seinem Rechner, dass ihn mit ca. 15 anderen langhaarigen Hippies auf einer Hochzeit zeigt.

Kalle hingegen passt gut in das Klischee. Er ist ein absolut offener Altkiffer, der mit uns den Preis seiner Frauen diskutiert. Die Erste war ganz eindeutig nicht die Richtige, sie war zu zickig, aber mit der zweiten ist er nun zufrieden. Freundlich sobald in der Oeffentlichkeit, aber hintenrum muss man auch bei ihr aufpassen, wie bei allen Frauen... ;) Gekostet hat sie eine Reisfarm fuer die Eltern, die nun direkt nebenan wohnen. So ist zumindest die Reisversorgung sichergestellt. Kalle kuemmert sich nun um die Adoption des Waisenkindes, welches sie dabei haben. Zumindest eine gute Schule wird es dadurch sicher bekommen. Das Kinder hier auf Rollern mitgenommen werden ist uebrigens Standart, ohne Helm natuerlich. Der Rekord fuer einen Roller liegt momentan bei drei Erwachsenen und zwei Kleinkindern.

Einer der beiden anderen Deutschen ist auch eine besondere Persoenlichkeit. Er hat eine Tour durch die Tempel und Kloester in Thailand gemacht, da ihn der Buddhismus interessiert, aber jetzt zum Abschluss muss man sich ja auch mal ein bisschen Spass mit den guenstigen Frauen goennen. Ein breites Intressenspektrum. Kalle hat uns auch gleich weiter empfohlen, noch 20km weiter sollen wir auf jeden Fall noch mal bei Guenter anhalten.

Guenter ist schon ueber 80 und hat mit seiner unter 40 jaehrigen Frau alle Rekorde gebrochen. Er sieht aus wie einer der Saecke im Altersheim, die die Pflegerinnen noch begrabschen. Gerade eine Op am Bein ueberstanden, schlurft er mit dickem Bauch ungepflegten Haaren und fettiger pergamentartiger Haut zu uns rueber. Er hat jedoch zumindest mal ein respektables Leben als Ingenieur in Deutschland gefuehrt, hat auch mittlerweile erwachsene Kinder, schon drei Buecher ueber Thailand (und dessen Frauen) geschrieben und ist auch der Einzige, der die Sprache fliessend spricht. Er umgeht das Altersheim in Deutschland auf diesem Wege und seine thailaendische Frau fuehrt eine Tankstelle. Er offenbart uns, dass er nicht viel von den anderen Deutschen haelt.

Die meisten loesen alle Bunde mit Deutschland, machen sich mit ihren vielleicht sogar 100.000 Euro auf den Weg. Die Frau kostet dann schon mal 10.000 bis 20.000 Euro, dann verlangen sie auch noch einen Pickup, das typische Statussymbol in Thailand und so weiter. So verschwinden zuegig alle Reserven und irgendwann sitzen sie pleite in Thailand und werden zum Alkololiker, wenn sie es nicht eh schon sind. Denn ausser Frauen gibt es auf dem Land in Thailand nichts! Es gibt ja noch nicht mal Bundesliga im Fernsehen, geschweige denn eine Eckkneipe oder auch nur ein Kino.

Das war unser kleiner Einblick in die Welt der deutschen Auswanderer. Amuesant und wieder ein Grund mehr fleissig weiter zu studieren, wenn wir zurueckkommen. Mehr oder weniger offene Angebote hatten wir in Thailand, auch von huebschen jungen Maedels, aber so wollen wir auf jeden Fall nicht enden!

Bild: Landschaft in Ostthailand

Das Ganze ist uns kurz vor der kambodschanischen Grenze widerfahren. Da haben wir den Nationalpark Kao Yai schon hinter uns gelassen. Der Park war eine Abwechslung vor allem was die Natur betrifft. Bergig und sich selbst ueberlassener subtropischer Wald. Braucht man nicht zu erwaehnen, dass es uns gefallen hat. Eine besondere Erfahrung war die erste Nacht im Park, als wir nicht mehr bis zum Campingplatz fahren wollten und es uns auf dem Parkplatz vor einem der Wasserfaelle gemuetlich gemacht haben. Es wurden lediglich die Moskitonetze unter einen offenen Pavillion gespannt und so schliefen wir praktisch im Freien mit all den Tiergeraeuschen um uns. Die wilden Tiere haben uns auch beim Duschen mit dem Wasserschlauch eines Restaurants beobachtet. Dieser kleine Essensstand erwiess sich auch anderweitig als hilfreich, denn eine der Kuehltruhen war nicht abgeschlossen. Hehehe, so gab es gleich mal ein paar Dosen Pepsi fuer uns.

Bild: Salz beim Radfahren und Schwitzen

Ausser wilden Hirschen haben wir jedoch keine Tiere zu Gesicht bekommen. Selbst unser glorreicher Plan, kurz vor Daemmerung zu einem Watchtower zu fahren, wurde von einer Horde schreiender Kinder von der nahe gelegenen englischen Schule zunichte gemacht. Wir mussten uns auch eine Stunde nachdem die Kinder abgezogen waren damit zufrieden geben, uns die Tiere zu den Geraeuschen im Wald vorzustellen. Dabei war der Tower eigentlich gut gelegen, auf einer grossen, freien Wiese, die auch Sicht auf die Salzlecksteine der Tiere bietet. Vor allem am Zelten hatten wir unseren Spass, wir hatten das Zelt seit Tibet ja nicht mehr ausgepackt.


Vor der kamboschanischen Grenze gab es noch einen Tempel zu sehen. Ein Aussenposten von Angkor, der auf einem erloschenen Vulkan liegt. Hoert sich spektakulaerer an, als es war. Es gab jedoch eine nette Abwechslung fuer unseren Ruhetag ab. Zu Kambodscha werden wir einen eigenen Eintrag machen. Mittlerweile sind wir ja schon in Laos. Also gibt es mal wieder mehr zu lesen.

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