Reise nach Europa
Am 6. Mai begann unsere Rückreise, denn in den folgenden Tagen sollten wir uns deutlich Richtung Heimat bewegen. Zunächst ging es nach Norden, zur russischen Grenze, weiter zum Baikalsee und an dessen Küste entlang bis nach Irkutsk. Dort stiegen wir in den Zug nach Moskau, weiter nach St. Petersburg und schließlich im Bus nach Tallinn, wo wir momentan bei meiner Schwester chillen. Soviel zum Überblick, doch zu erzählen gibt es aus diesem Monat weit mehr, als ihr Lust hättet euch durchzulesen. Ich schreibe es trotzdem... :)
Wie ihr aus dem letzten Beitrag entnehmen konntet, hat uns die Mongolei sehr gut gefallen, es war sogar eine der besten Zeiten der Reise.
Dem entsprechend mußte natürlich auch unser Abschied gefeiert werden. Unsere Jugendherberge, klein und familiär, hat eine Party mit allen Gästen extra für unseren Abschied angesetzt. Hehehe, nicht wirklich. Eigentlich wurde gefeiert, dass die Herberge in den Lonely Planet Reisefuehrer aufgenommen wurden. Das ist unglaublich wichtig, denn unter individuell Reisenden ist der Führer die Bibel und wenn ein Hotel nicht aufgeführt ist, haben sie es extrem schwer Leute anzulocken. Uns war das auf jeden Fall recht, denn so konnten wir am letzten Abend noch mal mit netten Menschen feiern.
Der nächste Tag begann daher natürlich spät, und das auch noch mit Schneeregen und kaltem Wind.
Wir haben uns in unsere wasserdichte Ausrüstung geworfen, wurden von allen anderen für verrückt erklärt, doch wir hatten keine Wahl. Füer 340km hatten wir vier Tage Zeit, und keinen mehr, denn unser russisches Visum überschnitt sich mit dem mongolischen nur um einen einzigen Tag. Am 10. Mai mußten wir über die Grenze, und das ist keine 24 Stunden Grenze, daher wollten wir früh morgens hin, um alle möglichen Problem, die auftreten könnten, noch lösen zu können. Schlechtes Wetter bei der Abreise ist im Lande der Nomaden ein Zeichen für viel Glück auf der Reise. Das sollte uns jedoch vorenthalten werden.
Wir arbeiteten uns drei Tage lang gegen teils starke Gegenwinde nach Norden. Die kilometerlangen, schnurgeraden Anstiege, die man sich gegen den Wind im Schneckentempo hochkämpfen mußte und die anschließenden Abfahrten, auf denen man auf Grund des ewigen Gegners auch treten mußte, waren nicht gerade motivierend. Wir waren natürlich auch nicht mehr trainiert, da die letzte Radstrecke schon zwei Monate her war. Auf jeden Fall mußten wir am dritten Tag erschöpft feststellen, dass wir es nicht bis zur Grenze schaffen würden. Wir hatten gerade ein extrem windiges Tal mit ca. 8km/h durchquert und Axels Knieschmerzen meldeten sich wieder.
Nach einer Mittagspause ließen wir uns auf einem Pritschenwagen zur nächsten Stadt mitnehmen, Darkhan. Dort gönnten wir uns ein Hotel mit Badewanne für die überlasteten Muskeln. Doch am nächsten Tag lagen nochmals 115km bis zur Grenze vor uns, über die bergige Landschaft mit Gegenwind zumindest für uns nicht schaffbar. Wir haben später auch erfahren, das in Darkhan die Industrie südlich von der Stadt angesiedelt wurde, da der Wind immer aus Norden kommt und somit die Abgase von der Stadt weggetragen werden. Wir hätten also schon früher von der schlechten Wetterlage erfahren können, geändert hätte es aber auch nichts.

Wir ließen uns von einem Kleinbus bis nach Suekhbaatar mitnehmen und zelteten noch ein letztes mal in der Mongolei kurz vor der Grenze. Trotz aller Bedenken und Probleme die wir vorher mit den russischen Visas hatten, war der Grenzübertritt völlig problemlos. Doch erfuhren wir, das wir innerhalb der nächsten drei Tag bis nach Ulan Ude radeln müssen, denn man muss sich innerhalb von drei Tagen in Russland registrieren lassen. Diese Registrierung sollte immer wieder unser Problem werden und uns nerven. Mit Axels gereiztem Knie und unser generell schlechten Kondition beschloßen wir auch noch bis dort mit einem Kleinbus weiter zu fahren. Unsere schöne Radtour wurde immer mehr zerstückelt!
Ulan Ude ist die Hauptstadt der Republik der Burjaten, eine Minderheit in Russland, deren Angehoerige den Mongolen sehr ähnlich sind und die auch buddhistisch sind. Doch wir verbrachten nur einen Tag dort um Einkäufe zu erledigen, unsere Zugtickets schon im Vorraus zu kaufen und die Registrierung zu erledigen. Am Abend ging es noch 25km raus aus der Stadt um neben der Selengal, dem größten Zufluss zum Baikalsee, zu zelten. Insgesamt radelten wir fünfeinhalb Tage am Fluss und anschließend am See entlang und verbrachten einen Ruhetag am See.
Wieder hatten wir dauerhaft Gegenwind, was uns diesmal zeitlich nicht stresste, aber es demotiviert trotzdem. Leider war auch das Wetter nicht bestens, sondern meist etwas diesig oder auch wolkig. Am dritten Tag kamen wir am See an, was unsere Stimmung kurzzeitig besserte. Wir gönnten uns direkt einen geräucherten Fisch am Ufer des Sees, der schon fast wie ein Meer aussieht. Bei klarem Wetter kann man das andere Ufer sehen, das kam bei uns jedoch nicht so häufig vor. Er hat unglaublich klares Wasser und ist mit 1620m der tiefste See der Welt. Schließlich ist er noch die größte Süßwasser Reserve der Welt, ca. 20% das weltweiten Trinkwassers, mehr Volumen als in der Ostsee. Ach, und der älteste Süßwassersee ist er auch.
Wir suchten uns am Abend also einen schönen Zeltplatz an diesem besonderen Ort, am nächsten Tag war ein Ruhetag geplant.
Der See wird komplett von Bergen eingeschlossen, so liegen Straße und Bahnstrecke immer nah am Ufer. Von idyllischer Ruhe ist somit niemals die Rede. Die Gleise werden stark für den Gütertransport benutzt, vor allem für Öl und Container. So rollten stündlich viele Züge an unserem Zelt vorbei, was die Schönheit minderte. Wir waren außerdem ca. zwei Wochen zu früh, denn die Birken begannen gerade erst die ersten Blätter zu zeigen. So blieb uns auch der Farbkontrast zwischen blauem Wasser und Himmel und den üppig grünen Bäumen vorenthalten. Das Eis des Winters war schon fast verschwunden. Es blieben nur noch kleine Eisschilde am Ufer übrig, die in der einen Nacht, die wir dort zelteten auch schon zur Hälfte von den Wellen weggeschmolzen wurden. Es gelang uns einen recht schoenen Zeltplatz direkt am Ufer zwischen den Birken zu finden.
Jetzt fragt sich natürlich jeder, der mich kennt, wo bleibt das Bild vom Salz schwimmend im Eiswasser? Tja, der Grund, das wir beide nicht schwimmen waren, war nicht unsere Feigheit, sondern, dass wir unseren Ruhetag mit Durchfall und Erbrechen verbrachten. Wir hatten am Abend schlechtes Fleisch gegessen und so ging es uns am schönsten Tag der ganzen Zeit am See richtig beschissen. Wir trieben uns die nächsten zwei Tage gegenseig am Ufer des Sees entlang, einen Tag ging es Axel schlechter, am nächsten mir. Kein Essen, Durchfall und Sport ist nicht vereinbar. Wir schafften es bis ans Ende des Sees, und fuhren noch zum ersten Pass in Richtung Irkutsk hoch, doch dann viel ich fast vom Fahrrad. Ohne zu essen verkroch ich mich im Zelt, so dass wir am nächsten Tag uns wieder von einem Pritschenwagen nach Irkutsk fahren ließen.
Unser Baikal Erlebnis wurde somit gründlich zerstört. Wind, kein schönes Wetter und Krankheit ließen uns kaum Zeit die Schönheit zu genießen. Trotzdem möchte ich irgendwann noch mal dort hin. Entweder im Sommer, wenn alles grün ist, oder im Winter, wenn der See komplett zugefrohren ist, und dann auch an die Nordküste, wo man von dem Güterverkehr nichts mitbekommt.
Irkutsk ist die größte Stadt in der Region, in der wir nun noch zwei Tag bis zu unserer Abfahrt nach Moskau hatten. Wir verbrachten zwei Nächte bei einem Couch Surfer, der die hässlichste Katzenzüchtung hat, die ich je gesehen habe. Es sind Nacktkatzen, die sich Peterbald nennen. Warum ist der Mensch eigentlich so abartig, dass er Tiere züchtet, die in der Natur niemals überleben könnten? Unser Gastgeber hatte ein Männchen, welches nicht vollständig nackt war, und daher noch anfassbar war, und ein besonders häßliches Weibchen.
Sie hatte vor kurzem geworfen, und daher hatte sie auch noch besonders große Euter. Unser Gastgeber selber war nett, und überließ uns seine Wohnung praktisch komplett. Vor der Abreise war ich noch beim Arzt, um den Durchfall nach einer Woche endlich erfolgreich zu bekämpfen. So blieb uns leider keine Zeit die Stadt anzusehen, was schade ist, denn sie war anders als andere Großstädte. Sie bietet alles, was eine Großstadt braucht, liegt an der Angara, dem Abfluss des Baikalsees und hat neben den alten europäischen Häuseren, den modernen Glasbauten und den hässlichen russischen Plattenbauten auch noch sehr viele Holzhäuser im sibirischen Stil. Dies formt einen besonderen Flair, der mir bestimmt gefallen hätte, wenn ich nicht meine Zeit beim Arzt verbracht hätte.
Unsere Zeit in Sibirien neigte sich dem Ende. Ich habe hier viel von schlechten Dingen geschrieben, aber noch gar nicht erwähnt, dass wir von den Russen sehr freundlich behandelt wurden. Das hat uns selber erstaunt, da wir viel schlechtes gehört hatten. Auch in Russland wird man andauernd gewarnt, dass man nachts nicht auf die Straße soll, wegen den betrunkenen, pöbelnden Männern, und überall bestohlen wird. Zum Glück hat wir in der Hinsicht keinerlei Probleme. Mit meinen fünf Worten Russisch konnte ich einkaufen, nach dem Weg fragen und leichte Unterhaltung führen, was die meisten Russen wahrscheinlich als Zeichen für persönliches Interesse am eigenen Land sahen. Vor allem die alten Mütterchen waren immer besonders nett zu mir, vielleicht hätten sie mich ja gerne als Schwiegersohn gehabt. Man muss sich erst mal daran gewöhnen, dass Russen überwiegend böse schauen. Kommentar der Russen: "Es gibt so viel schlechtes und wir haben so viele Probleme, deswegen schauen die Leute so böse." Trotzdem können sie freundlich sein, zum Beispiel wurde Axel von einem Auto üeberholt, dessen Fahrer ihm eine kleine Wasserflasche während der Fahrt reichte! Hehehe, genau wie bei den Profis! Es ist ein super Idee, aber der Mann hat dabei aus seinem Fenster geschaut, als ob er Axel am liebsten gleich töten würde: "Nimm das Wasser und stirb!"
Am 23. Mai stiegen wir endlich in den Zug nach Moskau, der unsere Asienreise beenden sollte. Wir freuten uns schon gewaltig drauf, endlich mal wieder vertrautere Kultur und europäische Städte. Dazu noch die Verwanden von Ludmilla, einer Kommilitonin von Axel, die uns in Moskau erwarten sollten. Aber zunächst noch die berühmte Transsibierische Eisenbahn. 77 Stunden am Stück im Zug.
Man konnte nur an den großen Bahnhöfen, an denen der Zug mal 20 bis 30 Minuten hielt, aussteigen und am Bahnsteig schnell etwas Verpflegung einkaufen. Das Meiste hatten wir jedoch bei uns. Die Räder wurden im Gepäckwagen mitgenommen, so dass wir uns darüber auch keine Sorgen machen mussten. Doch zuviel sollte man landschaftlich von dieser so bekannten Strecke nicht erwarten. Aus dem Zug sieht man fast immer die selbe Landschaft. Meist ist 5 bis 10 Meter entfernt eine Wand von Birken und Fichten zu sehen, die ganz Russland zu bedenken scheinen. Zwischendurch ist noch mal ein Dorf aus Holzhäusern zu erspähen, doch Nichts, was sich lohnen würde seine Zeit damit zu verbringen aus dem Fenster zu blicken. Beide hatten wir auch ein falsches Bild der Grenze des europäischen Kontinets. Wir dachten, der Ural wäre so etwas wie ein Gebirge, doch aus dem Zugfenster boten sich uns kleine Hügel, die noch flacher als der Taunus sind.
Im Zug war es ungewöhnlich geordnet und sauber.
Es gab zwei Prowodnizas, Zugbegleiterinnen, die jeden Tag einmal durch den Zug saugten und die Toiletten immer angenehm sauber hielten. Während der Fahrt hatten wir wechselnde Begleiter in unserem offenen sechser Abteil, die allesamt angenehm waren, bis auf einen arg betrunkenen, stinkenen Typen, der einen halben Tag lang ein Maedel in unserem Abteil mit Zeichen und Gesten beläßtigete, dass er bei ihr ins Bett steigen wollte. Sie war auch sehr froh, als er bald wieder ausstieg. Aber von den üblichen Geschichten, dass man von den Russen im Zug durchgefüttert wird und mit ihnen auch Vodka trinken muss, war bei uns keine Spur. Ich habe einfach mein Buch durchgelesen.
Am 26. Mai kamen wir in Moskau an. Nina, unsere dortige Gastgeberin empfing uns schon am Bahnhof. Sie hatte sich extra einen Tag frei genommen, um sich um uns zu kümmern. Die nächsten 4 Tage wurden wir von ihr durchgehend gut bekocht und mit Tee, Kaffee und Süssigkeiten versorgt. Somit wurden die Mängel während des Durchfalls schnell wieder ausgeglichen. Slawa, ihr Mann, nahm uns am nächsten Tag mit ins Zentrum der Stadt, zum Roten Platz, wo er Ingenieur für Strabag an der Baustelle für das Hotel Moskau ist. Vor dem Tor zum Roten Platz wurden wir dann aber gleich von zwei Polizisten kontrolliert. Wir hatten es im Vorraus schon gelesen, dass die Milizia in Russland diese Touristenkontrollen nutzt, um ein bißchen Bestechungsgeld zu kassieren. Bei uns bemängelten die Polizisten zunächst, das wir noch nicht in Moskau registriert waren. Doch das war Schwachsinn, denn wir hatten ja drei Tage Zeit zur Registrierung. Dann bemängelten sie, dass wir auf der Radreise am Baikasee für 10 Tage am Stück nicht registriert gewesen sind. Angeblich muss man sich alle drei Tage in irgendeiner Stadt melden oder eine spezielle Registrierung für die Reise haben. Wir hatten von unserer deutschen Reiseargentur andere Informationen, und die Regeln wurden auch gerade erst wieder geändert, so weiß in Russland wahrscheinlich keiner, wie es wirklich ablaufen soll, außer den Personen, die das neue Gesetz verabschiedet haben.
Eigentlich sind die Regeln ja auch zum Schutz vor illegalen Gastarbeitern oder Terroristen gedacht, aber die Polizisten nutzen sie immer noch um ihr Gehalt aufzubessern. Sie stellen sich absichtlich an Plätze, wie den Roten Platz und erzählen dann von horrenden Strafen, auch wenn alles eigentlich regelgerecht ist. Ich konnte nicht verstehen, über was Slawa alles mit den Polizisten geredet hat. Auf jeden Fall wanderte nach einer längeren Diskussion die Zigarettenpackung des Polizisten zu Slawa, er steckte 500 Rubel (ca. 15€) rein und gab sie zurück. Unsere erste Bestechung im Leben und hoffentlich auch die letzte! Wir waren dagegen, konnten auf Grund des mangelnden Verständnisses aber nicht eingreifen. Unsere Probleme waren damit natürlich nicht gelöst. Wir hatten jetzt noch keine Strafe gezahlt und waren auch nicht registriert. Wir wanderten mit Slawa in sein Büro, riefen mehrere Reiseagenturen an und die deutsche Botschaft, bis letzendlich feststand, dass wir eine Strafe zahlen müssen, und mit Slawa zu einer Postfiliale mussten um uns dort registrieren zu lassen. Da Slawa und Nina jedoch in einem Vorort wohnen, musste dies dort geschehn. Damit war praktisch klar, das Slawa nicht würde arbeiten können. Er war schon etwas genervt, verständlicher Weise.
Also entschied er sich dazu uns noch im Schnelldurchgang durch Moskau zu führen, bevor wir zu der Post fahren sollten. Wir sahen das GUM, ein Einkaufszentrum am Roten Platz, den Platz selber, den Kremel von außen, die berühmte St. Basil Kirche, die Christ-Erlöser-Kathedrale,
welche vor 10 Jahren neu errichtet wurde, da sie damals von Stalin geplättet wurde, das riesige Denkmal für Peter I., welches seltsammer Weise in Moskau und nicht Petersburg steht und das alte Stadtviertel Arbat, in dem Pushkin wohnte und wo sich heutzutage viele Künstler tummeln und ihre Bilder ausstellen. Dies wurde alles im Sturmstritt erlaufen, mit wenig Zeit für Fotos und dem gelegentlichen "Proschli!", was so viel wie, "Weiter gehts!", bedeutet. Abendes wurde dann Slawas Missmut bei der Post verstärkt, denn aus unverständlichen Gründen erzählten sie ihm, dass wir uns auch dort nicht registrieren könnten.
Am nächsten Tag musst Slawa unbedingt arbeiten und Nina nahm sich einen weiteren Tag frei. Diesmal funktionierte die Registrierung, sogar ohne jegliche Strafe. Und nach stundenlangem Warten und Rumsuchen hatten wir auch unsere Bahntickets nach St. Petersburg gekauft und klar gestellt, wie wir unsere Räder mitnehmen konnten. Wenn man nicht gerade auf den Rädern sitzt, so sind sie doch ein erhelbliches Hindernis. In Zukunft werde ich auf jeden
Fall entweder eine Radreise machen, oder eine Normale, gemischt wird das nicht mehr! Damit war der Tag auch schon wieder vorrüber und wir waren seit zwei Tagen in Moskau ohne viel Zeit zum Sightseeing gehabt zu haben. Am Abend ging es trotzdem mit unseren Gastgebern auf ihr Landhaus, was keine normale Datscha ist. Datschen stehen in kleinen Siedlungen nicht so weit von Moskau entfernt und sind daher nicht so schoen, wie das Haus auf dem Dorf, welches 100km nördlich von Moskau liegt und gerade mal aus 14 Häusern besteht. So freundliche Gastgeber hätten wir uns eigentlich gar nicht erhoffen können, denn sie mussten sich natürlich beide noch mal einen Tag frei nehmen und diese 100km hin und zurück mit uns fahren. Slawa und Nina waren einfach super nett.
Ihr Wochenendhäuschen war ein altes Blockhaus. Auf dem Grundstück wuchsen Kirschbäume, Apfelbäume, alle möglichen Beerensorten, auch Erdbeeren und sogar die Kartoffeln wurden selbst angebaut. Leider waren noch keine Früchte reif. Slava zeigte uns ganz stolz seine neue Sauna, ein eigenes neues Blockhaus, mit Ruheraum, Nassraum und finnischer Sauna.
Ausserdem zeigte er uns den Brunnen, den er persönlich 11 Meter tief gegraben hatte. Nach einigen Arbeiten, die noch erledigt werden mussten, ließen wir es uns in der Sauna gut gehen. Bei bestem Wetter und super frischer Luft machten wir drei Saunagänge und ruhten zwischenzeitig auf der kleinen Veranda in der Sonne. Am gleichen Tag sollte es noch zurück nach Moskau gehen, denn unser Zugticket war ja schon für den nächsten Tag. Auf dem Rückweg hielen wir noch bei Sergijew Possad, einem russisch orthodoxem Kloster.
Grab des unbekannten Soldaten, der 40km vor Moskau von den Nazis getötet wurde. Weiter kamen sie nicht.
Es blieb uns noch ein voller Tag in Moskau, da unser Zug erst nachts um 2 Uhr nach St. Petersburg fahren sollte. Also streunerten wir noch ein wenig durch die Stadt, nachdem wir unser Gepäck und die Raeder abgegeben hatten. Für den Kremel waren wir schon wieder zu spät, zumindest konnten wir den Wachwechsel am Grab des unbekannten Soldaten beobachten.
Der abgeloeste Soldat zupfte dem neuen noch etwas schwul die Uniform zurecht, dann durfte er abtreten. Ausserdem sind wir noch ein bisschen durch die Metro getourt. Hört sich komisch an, aber in Moskau und auch in St. Petersburg wurden die meisten U-Bahn Stationen recht edel gebaut, mit viel Marmor und teils auch reichen Verzierungen. Zum Beispiel wurde die Ausstattung aus der abgerissen Christ-Erlöser-Kathedrale in der Metro verbaut. Die Bahn liegt auch noch tiefer, als alle die mir so bekannt sind, so dass man jedes mal für über eine Minute auf der Rolltreppe steht, bis man aus dem Untergrund auftaucht.
Über Nacht fuhren wir dann nach St. Petersburg. Das ist die wohl schoenste Großstadt, auf unserer bisherigen Reise.
Sie hat viele alte Gebäude, die zumindest äußerlich in einem guten Zustand sind und breitet sich über das Flussdelta der Neva aus. Petersburg ist zugleich der nördlichste Punkt unserer Reise. Da es jetzt schon nahe am längsten Tag des Jahres ist, haben wir fast die Weissen Nächte erlebt. Gleich an unserem Ankunftstag wurden wir von unserer Couch Surferin mit in die Stadt genommen und sind dort auf das Multivision Festival gegangen. Die Veranstalter haben auf eine der vielen Brücken, die über Nacht hochgezogen werden,
damit Schiffsverkehr passieren kann, Trickfilme ausgestrahlt. Die Brücke liegt wunderschöen neben der Eremitage gelegen. Es waren tausende von Menschen auf der Straße, von denen viele in der Nacht nicht mehr nach Hause kamen, da die Metro schon kurz nach 24 Uhr Betriebsschluss hat. So waren auch wir in der Stadt bis morgens um 6 Uhr gefangen und erlebten die 2 bis 3 Stunden, in denen es gerade noch so dunkel wird. Am Horizont im Norden verbleibt jedoch die ganze Nacht ein heller Streifen. Um uns die Zeit zu vertrieben und nicht einzuschlafen haben wir dann morgens um 5 Uhr noch über russische Politik mit Polina, unserer Gastgeberin und ihren Freundinnen diskutiert. Auch wenn sie nicht mehr mit Putin zufrieden sind, gab es in Russland wohl keine Alternative zu dem von ihm aufgestellten Medwedew. Demokratie sieht anders aus!
Am zweiten Tag waren wir erst mal müde. Wir haben uns erst abends aufgerafft und sind durch die Stadt spaziert. Auch in St. Petersburg wurden wir wieder von der Polizei kontrolliert, doch hier haben wir gleich gezeigt, dass wir uns mit den Regeln etwas auskennen, und so mit haben sie gar nicht erst versucht von uns eine Bestechung zu bekommen. Polina hat uns auch erzählt, dass sich jeder Russe registrieren muss, wenn er für mehr als drei Tage in den Urlaub fährt. Es hält sich wohl keiner dran, zum Beispiel registriert sie sich nicht, wenn sie ihre Eltern besucht, aber das ist nichts desto trotz ein krasses Gesetz. Das ist mir eindeutig zu viel Überwachungsstaat. Der Staat muss nicht immer wissen, wo er mich finden kann.
Wir haben noch die Peter-und-Pauls-Festung erforscht. Von der Mauer der Festung hat man einen wunderschoenen Blick
ueber die Uferseite der Eremitage und auch auf die Russen, die sich auf dem 5m breiten Steinstreifen, der sich unten an der Mauer entlangzieht zum Sonnen aufstellen. Sie brauchen den Vergleich mit dem braunsten Sonnenbankbesucher in Deutschland nicht scheuen, nur haben sie halt einen Badehosenabdruck. Wir waren jetzt im Sommer da, aber ich habe auch gehoert, dass sie sich dort schon hinstellen, wenn der Fluss noch zugefrohren ist. Auf der Mauer wurden Bilder von einem Fotographen ausgestellt, der unter anderem auch durch Tibet gereist ist. Hehehe, da kamen uns doch einige Bilder gleich bekannt vor.
Natürlich gibt es in der Festung auch eine Peter-und-Pauls-Kirche, doch die war weit weniger interessant, als der riesige Hubschrauber des amerikanischen Krankenhauses, welcher gerade vor der Festung landete. Für eine Ausstellung über die russische Raumfahrt und Raketentechnik hatten wir gerade noch einige Minuten Zeit, bevor die Festung schloss. Am nächsten Morgen beschlossen wir auf Grund des schlechten Wetters nicht nach Peterhof zu fahren, sondern sind in die Eremitage gegangen. Die Kunstausstellung ist im Winterpalast von Peter I. gelegen, der sie auch damals schon so anlegen ließ, dass dort Kunst ausgestellt werden konnte. Der Palast alleine rechtfertigt schon einen Besuch,
denn die Säle sind passend zu der Kunst gestaltet, die darin ausgestellt werden sollte. Peter hat damals die besten Architekten Europas in die Stadt berufen und sie haben wirklich gute Arbeit geleistet. Griechische Säle für griechische Skulpturen und so weiter. Wir hatten 3 Stunden Zeit, und es werden dort 60.000 Exemplare ausgestellt. Die gesammte Sammlung beträgt übrigens 3 Millionen Stücke, dass sind natürlich nicht alles Gemälde. Aber dafür diese ist das Museum berühmt. Wenn man sich wirklich für Kunst interessiert, dann könnte man dort viele Tage verbringen, mir hat es schon gereicht durch die prunkvollen Säle zu wandern und hin und wieder ein Bild zu betrachten.
Zum Glück hatten wir noch einen vollen Tag in der Stadt, denn unser Bus nach Tallinn fuhr wieder spät abends ab. Manche haben vielleicht noch im Kopf, dass wir mal von St. Petersburg aus mit dem Rad starten wollten, aber das haben wir gestrichen. Wir haben einfach keine Lust mehr auf
Diskussionen mit russischen Polizisten. Das ist schon schade, wenn Gesetze einen so beschränken. Aber wir haben unseren letzten Tag mit perfektem Wetter dazu genutzt uns Peterhof anzusehen. Der Palast und seine Parkanlagen sind das russische Pendant zu Versailles. Das Gebäude soll nichts Besonderes sein, und wir sind auch gar nicht erst rein. Wir sind, wie die meisten der eine Millionen Touristen, einfach durch die Gärten geschlendert und haben die frische Meeresluft, sowie die vielen Brunnen genossen. So ein Park kann schon etwas Schönes sein, aber wenn Axel oder ich unsere Palastgärten später anlegen, dann wird es auf jeden Fall natürlicher gestaltet... :)
Am 5. Juni sind wir morgen um 2 Uhr dann nach fast 10 Monaten wieder in die Europäische Union eingereist. Die Russen haben nicht einmal mal nach einer Registrierung gefragt. Sie hätte es wahrscheinlich gar nicht gestört, wenn wir uns niemals hätten registrieren lassen, aber was solls. Besser so, als wenn wir noch eine Strafe hätten zahlen müssen!
Heute sind wir schon den 5. Tag bei meiner Schwester in Tallinn. Wir sind durch die Stadt geschlendert, die einen ganz anderen Flair hat. Sie hat auch viele alte Gebäude und in der ganzen Altstadt gibt es Kopfsteinpflaster. Die Stadt ist winzig im Vergleich zu den letzten beiden Städten und daher auch viel entspannter. Wir haben es uns hier einfach gut gehen lassen, ein Picknick am Strand gemacht, waren gut Essen in der Altstadt, oder haben die Aussicht über die Stadt aus der 30ten Etage des Swiss Hotel genossen.

Morgen steigen wir wieder auf das Fahrrad. Ich hoffe sehr, dass unsere bevorstehende Etappe nun besser wird, als die Letzte. Es kann natürlich schon sein, dass wir wieder stärkere Gegenwinde haben, aber hoffentlich einfach nicht jeden Tag! Und beim Essen vertraue ich jetzt doch mal auf europäische Standarts und hoffe, dass die Zeit mit den Lebensmittelvergiftungen endlich hinter uns liegt. Wir haben jetzt noch ca. vier Wochen bis Hamburg vor uns und dann noch knapp Zwei bis wir in Hofheim ankommen werden. So langsam kommen wir der Heimat immer näher und zeitlich gesehen könnte es auch schon fast ein normaler Urlaub sein. Also, bis bald!
Wie ihr aus dem letzten Beitrag entnehmen konntet, hat uns die Mongolei sehr gut gefallen, es war sogar eine der besten Zeiten der Reise.
Dem entsprechend mußte natürlich auch unser Abschied gefeiert werden. Unsere Jugendherberge, klein und familiär, hat eine Party mit allen Gästen extra für unseren Abschied angesetzt. Hehehe, nicht wirklich. Eigentlich wurde gefeiert, dass die Herberge in den Lonely Planet Reisefuehrer aufgenommen wurden. Das ist unglaublich wichtig, denn unter individuell Reisenden ist der Führer die Bibel und wenn ein Hotel nicht aufgeführt ist, haben sie es extrem schwer Leute anzulocken. Uns war das auf jeden Fall recht, denn so konnten wir am letzten Abend noch mal mit netten Menschen feiern.Der nächste Tag begann daher natürlich spät, und das auch noch mit Schneeregen und kaltem Wind.
Wir haben uns in unsere wasserdichte Ausrüstung geworfen, wurden von allen anderen für verrückt erklärt, doch wir hatten keine Wahl. Füer 340km hatten wir vier Tage Zeit, und keinen mehr, denn unser russisches Visum überschnitt sich mit dem mongolischen nur um einen einzigen Tag. Am 10. Mai mußten wir über die Grenze, und das ist keine 24 Stunden Grenze, daher wollten wir früh morgens hin, um alle möglichen Problem, die auftreten könnten, noch lösen zu können. Schlechtes Wetter bei der Abreise ist im Lande der Nomaden ein Zeichen für viel Glück auf der Reise. Das sollte uns jedoch vorenthalten werden.
Wir arbeiteten uns drei Tage lang gegen teils starke Gegenwinde nach Norden. Die kilometerlangen, schnurgeraden Anstiege, die man sich gegen den Wind im Schneckentempo hochkämpfen mußte und die anschließenden Abfahrten, auf denen man auf Grund des ewigen Gegners auch treten mußte, waren nicht gerade motivierend. Wir waren natürlich auch nicht mehr trainiert, da die letzte Radstrecke schon zwei Monate her war. Auf jeden Fall mußten wir am dritten Tag erschöpft feststellen, dass wir es nicht bis zur Grenze schaffen würden. Wir hatten gerade ein extrem windiges Tal mit ca. 8km/h durchquert und Axels Knieschmerzen meldeten sich wieder.
Nach einer Mittagspause ließen wir uns auf einem Pritschenwagen zur nächsten Stadt mitnehmen, Darkhan. Dort gönnten wir uns ein Hotel mit Badewanne für die überlasteten Muskeln. Doch am nächsten Tag lagen nochmals 115km bis zur Grenze vor uns, über die bergige Landschaft mit Gegenwind zumindest für uns nicht schaffbar. Wir haben später auch erfahren, das in Darkhan die Industrie südlich von der Stadt angesiedelt wurde, da der Wind immer aus Norden kommt und somit die Abgase von der Stadt weggetragen werden. Wir hätten also schon früher von der schlechten Wetterlage erfahren können, geändert hätte es aber auch nichts.
Wir ließen uns von einem Kleinbus bis nach Suekhbaatar mitnehmen und zelteten noch ein letztes mal in der Mongolei kurz vor der Grenze. Trotz aller Bedenken und Probleme die wir vorher mit den russischen Visas hatten, war der Grenzübertritt völlig problemlos. Doch erfuhren wir, das wir innerhalb der nächsten drei Tag bis nach Ulan Ude radeln müssen, denn man muss sich innerhalb von drei Tagen in Russland registrieren lassen. Diese Registrierung sollte immer wieder unser Problem werden und uns nerven. Mit Axels gereiztem Knie und unser generell schlechten Kondition beschloßen wir auch noch bis dort mit einem Kleinbus weiter zu fahren. Unsere schöne Radtour wurde immer mehr zerstückelt!
Ulan Ude ist die Hauptstadt der Republik der Burjaten, eine Minderheit in Russland, deren Angehoerige den Mongolen sehr ähnlich sind und die auch buddhistisch sind. Doch wir verbrachten nur einen Tag dort um Einkäufe zu erledigen, unsere Zugtickets schon im Vorraus zu kaufen und die Registrierung zu erledigen. Am Abend ging es noch 25km raus aus der Stadt um neben der Selengal, dem größten Zufluss zum Baikalsee, zu zelten. Insgesamt radelten wir fünfeinhalb Tage am Fluss und anschließend am See entlang und verbrachten einen Ruhetag am See.
Wieder hatten wir dauerhaft Gegenwind, was uns diesmal zeitlich nicht stresste, aber es demotiviert trotzdem. Leider war auch das Wetter nicht bestens, sondern meist etwas diesig oder auch wolkig. Am dritten Tag kamen wir am See an, was unsere Stimmung kurzzeitig besserte. Wir gönnten uns direkt einen geräucherten Fisch am Ufer des Sees, der schon fast wie ein Meer aussieht. Bei klarem Wetter kann man das andere Ufer sehen, das kam bei uns jedoch nicht so häufig vor. Er hat unglaublich klares Wasser und ist mit 1620m der tiefste See der Welt. Schließlich ist er noch die größte Süßwasser Reserve der Welt, ca. 20% das weltweiten Trinkwassers, mehr Volumen als in der Ostsee. Ach, und der älteste Süßwassersee ist er auch.Wir suchten uns am Abend also einen schönen Zeltplatz an diesem besonderen Ort, am nächsten Tag war ein Ruhetag geplant.
Der See wird komplett von Bergen eingeschlossen, so liegen Straße und Bahnstrecke immer nah am Ufer. Von idyllischer Ruhe ist somit niemals die Rede. Die Gleise werden stark für den Gütertransport benutzt, vor allem für Öl und Container. So rollten stündlich viele Züge an unserem Zelt vorbei, was die Schönheit minderte. Wir waren außerdem ca. zwei Wochen zu früh, denn die Birken begannen gerade erst die ersten Blätter zu zeigen. So blieb uns auch der Farbkontrast zwischen blauem Wasser und Himmel und den üppig grünen Bäumen vorenthalten. Das Eis des Winters war schon fast verschwunden. Es blieben nur noch kleine Eisschilde am Ufer übrig, die in der einen Nacht, die wir dort zelteten auch schon zur Hälfte von den Wellen weggeschmolzen wurden. Es gelang uns einen recht schoenen Zeltplatz direkt am Ufer zwischen den Birken zu finden.
Jetzt fragt sich natürlich jeder, der mich kennt, wo bleibt das Bild vom Salz schwimmend im Eiswasser? Tja, der Grund, das wir beide nicht schwimmen waren, war nicht unsere Feigheit, sondern, dass wir unseren Ruhetag mit Durchfall und Erbrechen verbrachten. Wir hatten am Abend schlechtes Fleisch gegessen und so ging es uns am schönsten Tag der ganzen Zeit am See richtig beschissen. Wir trieben uns die nächsten zwei Tage gegenseig am Ufer des Sees entlang, einen Tag ging es Axel schlechter, am nächsten mir. Kein Essen, Durchfall und Sport ist nicht vereinbar. Wir schafften es bis ans Ende des Sees, und fuhren noch zum ersten Pass in Richtung Irkutsk hoch, doch dann viel ich fast vom Fahrrad. Ohne zu essen verkroch ich mich im Zelt, so dass wir am nächsten Tag uns wieder von einem Pritschenwagen nach Irkutsk fahren ließen.Unser Baikal Erlebnis wurde somit gründlich zerstört. Wind, kein schönes Wetter und Krankheit ließen uns kaum Zeit die Schönheit zu genießen. Trotzdem möchte ich irgendwann noch mal dort hin. Entweder im Sommer, wenn alles grün ist, oder im Winter, wenn der See komplett zugefrohren ist, und dann auch an die Nordküste, wo man von dem Güterverkehr nichts mitbekommt.
Irkutsk ist die größte Stadt in der Region, in der wir nun noch zwei Tag bis zu unserer Abfahrt nach Moskau hatten. Wir verbrachten zwei Nächte bei einem Couch Surfer, der die hässlichste Katzenzüchtung hat, die ich je gesehen habe. Es sind Nacktkatzen, die sich Peterbald nennen. Warum ist der Mensch eigentlich so abartig, dass er Tiere züchtet, die in der Natur niemals überleben könnten? Unser Gastgeber hatte ein Männchen, welches nicht vollständig nackt war, und daher noch anfassbar war, und ein besonders häßliches Weibchen.
Sie hatte vor kurzem geworfen, und daher hatte sie auch noch besonders große Euter. Unser Gastgeber selber war nett, und überließ uns seine Wohnung praktisch komplett. Vor der Abreise war ich noch beim Arzt, um den Durchfall nach einer Woche endlich erfolgreich zu bekämpfen. So blieb uns leider keine Zeit die Stadt anzusehen, was schade ist, denn sie war anders als andere Großstädte. Sie bietet alles, was eine Großstadt braucht, liegt an der Angara, dem Abfluss des Baikalsees und hat neben den alten europäischen Häuseren, den modernen Glasbauten und den hässlichen russischen Plattenbauten auch noch sehr viele Holzhäuser im sibirischen Stil. Dies formt einen besonderen Flair, der mir bestimmt gefallen hätte, wenn ich nicht meine Zeit beim Arzt verbracht hätte.Unsere Zeit in Sibirien neigte sich dem Ende. Ich habe hier viel von schlechten Dingen geschrieben, aber noch gar nicht erwähnt, dass wir von den Russen sehr freundlich behandelt wurden. Das hat uns selber erstaunt, da wir viel schlechtes gehört hatten. Auch in Russland wird man andauernd gewarnt, dass man nachts nicht auf die Straße soll, wegen den betrunkenen, pöbelnden Männern, und überall bestohlen wird. Zum Glück hat wir in der Hinsicht keinerlei Probleme. Mit meinen fünf Worten Russisch konnte ich einkaufen, nach dem Weg fragen und leichte Unterhaltung führen, was die meisten Russen wahrscheinlich als Zeichen für persönliches Interesse am eigenen Land sahen. Vor allem die alten Mütterchen waren immer besonders nett zu mir, vielleicht hätten sie mich ja gerne als Schwiegersohn gehabt. Man muss sich erst mal daran gewöhnen, dass Russen überwiegend böse schauen. Kommentar der Russen: "Es gibt so viel schlechtes und wir haben so viele Probleme, deswegen schauen die Leute so böse." Trotzdem können sie freundlich sein, zum Beispiel wurde Axel von einem Auto üeberholt, dessen Fahrer ihm eine kleine Wasserflasche während der Fahrt reichte! Hehehe, genau wie bei den Profis! Es ist ein super Idee, aber der Mann hat dabei aus seinem Fenster geschaut, als ob er Axel am liebsten gleich töten würde: "Nimm das Wasser und stirb!"
Am 23. Mai stiegen wir endlich in den Zug nach Moskau, der unsere Asienreise beenden sollte. Wir freuten uns schon gewaltig drauf, endlich mal wieder vertrautere Kultur und europäische Städte. Dazu noch die Verwanden von Ludmilla, einer Kommilitonin von Axel, die uns in Moskau erwarten sollten. Aber zunächst noch die berühmte Transsibierische Eisenbahn. 77 Stunden am Stück im Zug.
Man konnte nur an den großen Bahnhöfen, an denen der Zug mal 20 bis 30 Minuten hielt, aussteigen und am Bahnsteig schnell etwas Verpflegung einkaufen. Das Meiste hatten wir jedoch bei uns. Die Räder wurden im Gepäckwagen mitgenommen, so dass wir uns darüber auch keine Sorgen machen mussten. Doch zuviel sollte man landschaftlich von dieser so bekannten Strecke nicht erwarten. Aus dem Zug sieht man fast immer die selbe Landschaft. Meist ist 5 bis 10 Meter entfernt eine Wand von Birken und Fichten zu sehen, die ganz Russland zu bedenken scheinen. Zwischendurch ist noch mal ein Dorf aus Holzhäusern zu erspähen, doch Nichts, was sich lohnen würde seine Zeit damit zu verbringen aus dem Fenster zu blicken. Beide hatten wir auch ein falsches Bild der Grenze des europäischen Kontinets. Wir dachten, der Ural wäre so etwas wie ein Gebirge, doch aus dem Zugfenster boten sich uns kleine Hügel, die noch flacher als der Taunus sind.Im Zug war es ungewöhnlich geordnet und sauber.
Es gab zwei Prowodnizas, Zugbegleiterinnen, die jeden Tag einmal durch den Zug saugten und die Toiletten immer angenehm sauber hielten. Während der Fahrt hatten wir wechselnde Begleiter in unserem offenen sechser Abteil, die allesamt angenehm waren, bis auf einen arg betrunkenen, stinkenen Typen, der einen halben Tag lang ein Maedel in unserem Abteil mit Zeichen und Gesten beläßtigete, dass er bei ihr ins Bett steigen wollte. Sie war auch sehr froh, als er bald wieder ausstieg. Aber von den üblichen Geschichten, dass man von den Russen im Zug durchgefüttert wird und mit ihnen auch Vodka trinken muss, war bei uns keine Spur. Ich habe einfach mein Buch durchgelesen.Am 26. Mai kamen wir in Moskau an. Nina, unsere dortige Gastgeberin empfing uns schon am Bahnhof. Sie hatte sich extra einen Tag frei genommen, um sich um uns zu kümmern. Die nächsten 4 Tage wurden wir von ihr durchgehend gut bekocht und mit Tee, Kaffee und Süssigkeiten versorgt. Somit wurden die Mängel während des Durchfalls schnell wieder ausgeglichen. Slawa, ihr Mann, nahm uns am nächsten Tag mit ins Zentrum der Stadt, zum Roten Platz, wo er Ingenieur für Strabag an der Baustelle für das Hotel Moskau ist. Vor dem Tor zum Roten Platz wurden wir dann aber gleich von zwei Polizisten kontrolliert. Wir hatten es im Vorraus schon gelesen, dass die Milizia in Russland diese Touristenkontrollen nutzt, um ein bißchen Bestechungsgeld zu kassieren. Bei uns bemängelten die Polizisten zunächst, das wir noch nicht in Moskau registriert waren. Doch das war Schwachsinn, denn wir hatten ja drei Tage Zeit zur Registrierung. Dann bemängelten sie, dass wir auf der Radreise am Baikasee für 10 Tage am Stück nicht registriert gewesen sind. Angeblich muss man sich alle drei Tage in irgendeiner Stadt melden oder eine spezielle Registrierung für die Reise haben. Wir hatten von unserer deutschen Reiseargentur andere Informationen, und die Regeln wurden auch gerade erst wieder geändert, so weiß in Russland wahrscheinlich keiner, wie es wirklich ablaufen soll, außer den Personen, die das neue Gesetz verabschiedet haben.
Eigentlich sind die Regeln ja auch zum Schutz vor illegalen Gastarbeitern oder Terroristen gedacht, aber die Polizisten nutzen sie immer noch um ihr Gehalt aufzubessern. Sie stellen sich absichtlich an Plätze, wie den Roten Platz und erzählen dann von horrenden Strafen, auch wenn alles eigentlich regelgerecht ist. Ich konnte nicht verstehen, über was Slawa alles mit den Polizisten geredet hat. Auf jeden Fall wanderte nach einer längeren Diskussion die Zigarettenpackung des Polizisten zu Slawa, er steckte 500 Rubel (ca. 15€) rein und gab sie zurück. Unsere erste Bestechung im Leben und hoffentlich auch die letzte! Wir waren dagegen, konnten auf Grund des mangelnden Verständnisses aber nicht eingreifen. Unsere Probleme waren damit natürlich nicht gelöst. Wir hatten jetzt noch keine Strafe gezahlt und waren auch nicht registriert. Wir wanderten mit Slawa in sein Büro, riefen mehrere Reiseagenturen an und die deutsche Botschaft, bis letzendlich feststand, dass wir eine Strafe zahlen müssen, und mit Slawa zu einer Postfiliale mussten um uns dort registrieren zu lassen. Da Slawa und Nina jedoch in einem Vorort wohnen, musste dies dort geschehn. Damit war praktisch klar, das Slawa nicht würde arbeiten können. Er war schon etwas genervt, verständlicher Weise.
Also entschied er sich dazu uns noch im Schnelldurchgang durch Moskau zu führen, bevor wir zu der Post fahren sollten. Wir sahen das GUM, ein Einkaufszentrum am Roten Platz, den Platz selber, den Kremel von außen, die berühmte St. Basil Kirche, die Christ-Erlöser-Kathedrale,
welche vor 10 Jahren neu errichtet wurde, da sie damals von Stalin geplättet wurde, das riesige Denkmal für Peter I., welches seltsammer Weise in Moskau und nicht Petersburg steht und das alte Stadtviertel Arbat, in dem Pushkin wohnte und wo sich heutzutage viele Künstler tummeln und ihre Bilder ausstellen. Dies wurde alles im Sturmstritt erlaufen, mit wenig Zeit für Fotos und dem gelegentlichen "Proschli!", was so viel wie, "Weiter gehts!", bedeutet. Abendes wurde dann Slawas Missmut bei der Post verstärkt, denn aus unverständlichen Gründen erzählten sie ihm, dass wir uns auch dort nicht registrieren könnten.
Am nächsten Tag musst Slawa unbedingt arbeiten und Nina nahm sich einen weiteren Tag frei. Diesmal funktionierte die Registrierung, sogar ohne jegliche Strafe. Und nach stundenlangem Warten und Rumsuchen hatten wir auch unsere Bahntickets nach St. Petersburg gekauft und klar gestellt, wie wir unsere Räder mitnehmen konnten. Wenn man nicht gerade auf den Rädern sitzt, so sind sie doch ein erhelbliches Hindernis. In Zukunft werde ich auf jeden
Fall entweder eine Radreise machen, oder eine Normale, gemischt wird das nicht mehr! Damit war der Tag auch schon wieder vorrüber und wir waren seit zwei Tagen in Moskau ohne viel Zeit zum Sightseeing gehabt zu haben. Am Abend ging es trotzdem mit unseren Gastgebern auf ihr Landhaus, was keine normale Datscha ist. Datschen stehen in kleinen Siedlungen nicht so weit von Moskau entfernt und sind daher nicht so schoen, wie das Haus auf dem Dorf, welches 100km nördlich von Moskau liegt und gerade mal aus 14 Häusern besteht. So freundliche Gastgeber hätten wir uns eigentlich gar nicht erhoffen können, denn sie mussten sich natürlich beide noch mal einen Tag frei nehmen und diese 100km hin und zurück mit uns fahren. Slawa und Nina waren einfach super nett.
Ihr Wochenendhäuschen war ein altes Blockhaus. Auf dem Grundstück wuchsen Kirschbäume, Apfelbäume, alle möglichen Beerensorten, auch Erdbeeren und sogar die Kartoffeln wurden selbst angebaut. Leider waren noch keine Früchte reif. Slava zeigte uns ganz stolz seine neue Sauna, ein eigenes neues Blockhaus, mit Ruheraum, Nassraum und finnischer Sauna.
Ausserdem zeigte er uns den Brunnen, den er persönlich 11 Meter tief gegraben hatte. Nach einigen Arbeiten, die noch erledigt werden mussten, ließen wir es uns in der Sauna gut gehen. Bei bestem Wetter und super frischer Luft machten wir drei Saunagänge und ruhten zwischenzeitig auf der kleinen Veranda in der Sonne. Am gleichen Tag sollte es noch zurück nach Moskau gehen, denn unser Zugticket war ja schon für den nächsten Tag. Auf dem Rückweg hielen wir noch bei Sergijew Possad, einem russisch orthodoxem Kloster.
Grab des unbekannten Soldaten, der 40km vor Moskau von den Nazis getötet wurde. Weiter kamen sie nicht.Es blieb uns noch ein voller Tag in Moskau, da unser Zug erst nachts um 2 Uhr nach St. Petersburg fahren sollte. Also streunerten wir noch ein wenig durch die Stadt, nachdem wir unser Gepäck und die Raeder abgegeben hatten. Für den Kremel waren wir schon wieder zu spät, zumindest konnten wir den Wachwechsel am Grab des unbekannten Soldaten beobachten.
Der abgeloeste Soldat zupfte dem neuen noch etwas schwul die Uniform zurecht, dann durfte er abtreten. Ausserdem sind wir noch ein bisschen durch die Metro getourt. Hört sich komisch an, aber in Moskau und auch in St. Petersburg wurden die meisten U-Bahn Stationen recht edel gebaut, mit viel Marmor und teils auch reichen Verzierungen. Zum Beispiel wurde die Ausstattung aus der abgerissen Christ-Erlöser-Kathedrale in der Metro verbaut. Die Bahn liegt auch noch tiefer, als alle die mir so bekannt sind, so dass man jedes mal für über eine Minute auf der Rolltreppe steht, bis man aus dem Untergrund auftaucht.Über Nacht fuhren wir dann nach St. Petersburg. Das ist die wohl schoenste Großstadt, auf unserer bisherigen Reise.
Sie hat viele alte Gebäude, die zumindest äußerlich in einem guten Zustand sind und breitet sich über das Flussdelta der Neva aus. Petersburg ist zugleich der nördlichste Punkt unserer Reise. Da es jetzt schon nahe am längsten Tag des Jahres ist, haben wir fast die Weissen Nächte erlebt. Gleich an unserem Ankunftstag wurden wir von unserer Couch Surferin mit in die Stadt genommen und sind dort auf das Multivision Festival gegangen. Die Veranstalter haben auf eine der vielen Brücken, die über Nacht hochgezogen werden,
damit Schiffsverkehr passieren kann, Trickfilme ausgestrahlt. Die Brücke liegt wunderschöen neben der Eremitage gelegen. Es waren tausende von Menschen auf der Straße, von denen viele in der Nacht nicht mehr nach Hause kamen, da die Metro schon kurz nach 24 Uhr Betriebsschluss hat. So waren auch wir in der Stadt bis morgens um 6 Uhr gefangen und erlebten die 2 bis 3 Stunden, in denen es gerade noch so dunkel wird. Am Horizont im Norden verbleibt jedoch die ganze Nacht ein heller Streifen. Um uns die Zeit zu vertrieben und nicht einzuschlafen haben wir dann morgens um 5 Uhr noch über russische Politik mit Polina, unserer Gastgeberin und ihren Freundinnen diskutiert. Auch wenn sie nicht mehr mit Putin zufrieden sind, gab es in Russland wohl keine Alternative zu dem von ihm aufgestellten Medwedew. Demokratie sieht anders aus!Am zweiten Tag waren wir erst mal müde. Wir haben uns erst abends aufgerafft und sind durch die Stadt spaziert. Auch in St. Petersburg wurden wir wieder von der Polizei kontrolliert, doch hier haben wir gleich gezeigt, dass wir uns mit den Regeln etwas auskennen, und so mit haben sie gar nicht erst versucht von uns eine Bestechung zu bekommen. Polina hat uns auch erzählt, dass sich jeder Russe registrieren muss, wenn er für mehr als drei Tage in den Urlaub fährt. Es hält sich wohl keiner dran, zum Beispiel registriert sie sich nicht, wenn sie ihre Eltern besucht, aber das ist nichts desto trotz ein krasses Gesetz. Das ist mir eindeutig zu viel Überwachungsstaat. Der Staat muss nicht immer wissen, wo er mich finden kann.
Wir haben noch die Peter-und-Pauls-Festung erforscht. Von der Mauer der Festung hat man einen wunderschoenen Blick
ueber die Uferseite der Eremitage und auch auf die Russen, die sich auf dem 5m breiten Steinstreifen, der sich unten an der Mauer entlangzieht zum Sonnen aufstellen. Sie brauchen den Vergleich mit dem braunsten Sonnenbankbesucher in Deutschland nicht scheuen, nur haben sie halt einen Badehosenabdruck. Wir waren jetzt im Sommer da, aber ich habe auch gehoert, dass sie sich dort schon hinstellen, wenn der Fluss noch zugefrohren ist. Auf der Mauer wurden Bilder von einem Fotographen ausgestellt, der unter anderem auch durch Tibet gereist ist. Hehehe, da kamen uns doch einige Bilder gleich bekannt vor.
Natürlich gibt es in der Festung auch eine Peter-und-Pauls-Kirche, doch die war weit weniger interessant, als der riesige Hubschrauber des amerikanischen Krankenhauses, welcher gerade vor der Festung landete. Für eine Ausstellung über die russische Raumfahrt und Raketentechnik hatten wir gerade noch einige Minuten Zeit, bevor die Festung schloss. Am nächsten Morgen beschlossen wir auf Grund des schlechten Wetters nicht nach Peterhof zu fahren, sondern sind in die Eremitage gegangen. Die Kunstausstellung ist im Winterpalast von Peter I. gelegen, der sie auch damals schon so anlegen ließ, dass dort Kunst ausgestellt werden konnte. Der Palast alleine rechtfertigt schon einen Besuch,
denn die Säle sind passend zu der Kunst gestaltet, die darin ausgestellt werden sollte. Peter hat damals die besten Architekten Europas in die Stadt berufen und sie haben wirklich gute Arbeit geleistet. Griechische Säle für griechische Skulpturen und so weiter. Wir hatten 3 Stunden Zeit, und es werden dort 60.000 Exemplare ausgestellt. Die gesammte Sammlung beträgt übrigens 3 Millionen Stücke, dass sind natürlich nicht alles Gemälde. Aber dafür diese ist das Museum berühmt. Wenn man sich wirklich für Kunst interessiert, dann könnte man dort viele Tage verbringen, mir hat es schon gereicht durch die prunkvollen Säle zu wandern und hin und wieder ein Bild zu betrachten.
Zum Glück hatten wir noch einen vollen Tag in der Stadt, denn unser Bus nach Tallinn fuhr wieder spät abends ab. Manche haben vielleicht noch im Kopf, dass wir mal von St. Petersburg aus mit dem Rad starten wollten, aber das haben wir gestrichen. Wir haben einfach keine Lust mehr auf
Diskussionen mit russischen Polizisten. Das ist schon schade, wenn Gesetze einen so beschränken. Aber wir haben unseren letzten Tag mit perfektem Wetter dazu genutzt uns Peterhof anzusehen. Der Palast und seine Parkanlagen sind das russische Pendant zu Versailles. Das Gebäude soll nichts Besonderes sein, und wir sind auch gar nicht erst rein. Wir sind, wie die meisten der eine Millionen Touristen, einfach durch die Gärten geschlendert und haben die frische Meeresluft, sowie die vielen Brunnen genossen. So ein Park kann schon etwas Schönes sein, aber wenn Axel oder ich unsere Palastgärten später anlegen, dann wird es auf jeden Fall natürlicher gestaltet... :)Am 5. Juni sind wir morgen um 2 Uhr dann nach fast 10 Monaten wieder in die Europäische Union eingereist. Die Russen haben nicht einmal mal nach einer Registrierung gefragt. Sie hätte es wahrscheinlich gar nicht gestört, wenn wir uns niemals hätten registrieren lassen, aber was solls. Besser so, als wenn wir noch eine Strafe hätten zahlen müssen!
Heute sind wir schon den 5. Tag bei meiner Schwester in Tallinn. Wir sind durch die Stadt geschlendert, die einen ganz anderen Flair hat. Sie hat auch viele alte Gebäude und in der ganzen Altstadt gibt es Kopfsteinpflaster. Die Stadt ist winzig im Vergleich zu den letzten beiden Städten und daher auch viel entspannter. Wir haben es uns hier einfach gut gehen lassen, ein Picknick am Strand gemacht, waren gut Essen in der Altstadt, oder haben die Aussicht über die Stadt aus der 30ten Etage des Swiss Hotel genossen.
Morgen steigen wir wieder auf das Fahrrad. Ich hoffe sehr, dass unsere bevorstehende Etappe nun besser wird, als die Letzte. Es kann natürlich schon sein, dass wir wieder stärkere Gegenwinde haben, aber hoffentlich einfach nicht jeden Tag! Und beim Essen vertraue ich jetzt doch mal auf europäische Standarts und hoffe, dass die Zeit mit den Lebensmittelvergiftungen endlich hinter uns liegt. Wir haben jetzt noch ca. vier Wochen bis Hamburg vor uns und dann noch knapp Zwei bis wir in Hofheim ankommen werden. So langsam kommen wir der Heimat immer näher und zeitlich gesehen könnte es auch schon fast ein normaler Urlaub sein. Also, bis bald!













Get firefox !!
Atom