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Dienstag, 30. Oktober 2007

Nepal


Nach dem letzten Eintrag haben wir euch erst mal etwas Zeit gegoennt, um euch durch das Alphabet zu arbeiten, aber nun geht es weiter, denn mittlerweile haben wir einen Monat in Nepal verbracht und viele neue Erfahrungen gemacht. Eine kurze Uebersicht:

04.10. Ankunft in Kathmandu
15. Fahrt nach Pokhara
16. Start der Wanderung zum Annapurna Sanctuary
24. zurueck in Pokhara
27. Rafting auf dem Kali Gandaki
29. wieder in Pokhara zu Axels Geburtstag
31. Abfahrt nach Delhi

Zusammen ist das ein Monat in Nepal, genuegend Zeit um einen Eindruck von Land und Leuten zu gewinnen.


Kathmandu

Von vielen Backpackern bewundert, vorallem wegen der guten Imitation von westlichen Gerichten, aber auch wegen der Vielfalt von Kulturen, denn es mischen sich Inder, Nepalis und Tibeter ebenso, wie hier Hindus, Buddhisten und Muslime aufeinander treffen. Wir waren nach drei Wochen in Tibet hauptsaechlich auf gutes Essen und Internet scharf, was wir auch zu genuege genutzt haben.

Doch ist man erst einmal ueber die erste Freude hinweg, so erscheint Kathmandu in einem anderen Licht. Wir verbrachten zu viel Zeit in der Stadt, da wir Probleme mit dem indischen Visum hatten (wir erhielten es nach ca. 12 Stunden Wartezeit verteilt ueber fuenf Besuche), und Axel am geplanten Abfahrtstag eine Magenverstimmung bekam und wir zwei weitere Tage bleiben mussten.

Die Stadt versinkt in einem bestaendigen Verkehrschaos, was ich mir eigentlich kaum noch gesteigert vorstellen kann. Teilweise ist es zu Fuss problematisch, sich durch die kleinen Gassen zu zwaengen und man muss immer Acht geben, dass einem die Taxifahrer nicht ueber den Fuss fahren. Noch skrupelloser sind die Motorradfahrer. Sie quetschen sich durch jede noch so kleine Luecke und wenn sie damit den restlichen Verkehr ganz zum stehen bringen, stoert sie das auch nicht. Gehupt wird immer, auch wenn man auf ein Stauende auffaehrt. Dass der Fahrer vor einem einen Grund zum Anhalten haben koennte, dass bedenkt hier keiner.

Ich habe mich mehrfach mit dem Rad in den Verkehr gewagt, auch weil ich ja meinen vorderen Gepaecktraeger noch schweissen lassen musste, was uebrigens erst mal erfolgreich war. Mal sehen wie lange das haelt! Das radeln war eine Herausforderung, aber wenn man eine halbe Stunde fuer ca. 100m Hauptstrasse benoetigt, alle um einen herum hupen und bruellen, und man hin und wieder auch von Motoraedern angefahren wird, vergeht der Spass daran doch recht schnell. Ich weiss, wir werden das in Indien wieder erleben. Hoffentlich sind wir irgendwann mehr abgehaertet.

Der Verkehr ist schon das, was am meisten stoert, aber da wir die meiste Zeit im Touristenviertel Thamel verbracht haben, gingen uns auch bald die staendigen Rufe der Verkaeufer auf die Nerven. Es ist ein Gemisch von Namaste ("Hallo"), Hello Sir, Ricksha?, Smoke Pot, Wheat, Marrioana? und noch vielen anderen Varianten, was ohne Unterbrechung auf einen eindraengt. Man kann viel ignorieren, aber ich wuerde keinem raten so lange dort zu wohnen, sondern eher in abgelegeneren Gegenden der Stadt.

Betteln ist natuerlich weit verbreitet, und nicht wie in laendlichen Gegenden, wo wir der Meinung sind, dass die Kinder noch genuegend zu Essen von ihren Eltern bekommen, trifft man in Kathmandu auch auf Strassenkinder, bei denen es wirklich ums ueberleben geht. Da kann man sein schlechtes Gewissen nicht mehr verdraengen, wenn man gerade ein Pizza fuer 250 Rupien gegessen hat, von denen so ein Kind sicherlich eine Woche leben wuerde, und dann doch an ihnen vorbeilaeuft, ohne auch nur 5 Rupien zu geben. Andererseits hilft das Geben von Geld auch nur dem eigenen Gewissen, aber aendert nichts an der Situation!

Kathmandu hat natuerlich auch beeindruckende Seiten zu zeigen, viele zaehlen dazu den Durbar Square, welcher zum Weltkulturerbe gehoert. Auch dieser konnte uns nicht wirklich ueberzeugen. Der Platz ist eine Ansammlung von Tempeln, mit denen verschiedene Koenige versuchten sich gegenseitig zu uebertrumpfen. Der Platz mag ganz schoen sein, aber auch hier fliesst der Verkehr stoerend durch die Touristenmassen; angebliche Heilige kommen auf eine zu, schmieren einem Farbklekse ins Gesicht und wollen dafuer noch Geld; oder bunt gekleidete Sadhus (indische Heilige) wollen sich fuer Kohle fotographieren lassen. Die Tempel an sich sind auch nicht beeindruckend, es sind halt viele Tempel auf einem Haufen.

Mehr gefallen hat uns dagegen Swayambhunath, eine buddhistische Tempelanlage, die auch oft Affentempel genannt wird, da dort so viele Rhesus Macaque anzutreffen sind. Sie sind wirklich ueberall und haben keine Respekt vor Menschen. Axel wurde auch gleich eine Plastiktuete aus der Hand gerissen, in der sich noch zwei Donouts befanden. Man kann sie lange beobachten, und die Affen laufen auch direkt an einem vorbei, teilweise beruehren sie einen sogar. Die Tiere und die gute Sicht ueber die Stadt und das Kathmandu Tal machen diesen Ort wirklich sehenswert. Die religioese Seite, hat uns wieder weniger interessiert. Es ist hauptsaechlich eine grosse Stupa, umgeben von vielen kleineren Tempeln.



Boudhanath, eine weitere buddhistische Stupa, sogar eine groessten der Welt, war wiederum nur ein riesiger Steinhaufen fuer uns, der Tag und Nacht von tausenden Pilgern umrundet wird, in der Hoffnung, dass sie sich vielleicht spontan in eine Gottheit verwandeln, erleuchtet werden oder all ihre Suenden aufgehoben werden. Im richtigen Licht erscheint das Bauwerk in verschiedenen Farben und die im Vergleich winzigen umgebenden Haeuser richtig putzig. Die Tempel sind wie in Tibet, mit vielen goldenen Staturen von Gottheiten und Buddhas. Faszinierend ist, wie viel Zeit die Menschheit mit religioesen Dingen verbringt.

Pashupatinath, eine hinduistische Tempelanlage, habe ich mir alleine angesehen, da Axel an dem Tag mit Magenproblemen im Hotel blieb. Es ist praktisch eine Einstimmung auf Indien und vor allem Varanasi, denn hier gibt es auch Ghats, Arya Ghat, wo die Hinduisten ihre Verstorbenen verbrennen und in den Fluss schmeissen. Sie werden dabei von hunderten von Touristen begafft, und teilweise auch gefilmt, mit Stativ und Grossaufnahme der brennenden Leichen.... 50m flussaufwaerts ist dann die heilige Badestelle im braunen Wasser, wo ich nicht mal einen Fuss reinstecken wollte, aber die Kinder mit Vergnuegen drin herumtollen. Auch hier sind viele Affen anzutreffen und man kann wunderbar zwischen den vielen Tempeln umherstreunen, denn da die Anlage sehr ausgedehnt ist, findet man auch abgelegenere Ecken und sogar fast einsame Wiesen umgeben von Wald.

In Kathmandu kann man definitiv zwei bis vier Tage verbringen, aber laengere Aufenthalte empfehle ich keinem. Die Stadt ist eine Erholung in kulinarischer Hinsicht, aber auch eine Qual fuer die Nerven. Wer es mag, von verschiedensten Eindruecken ueberflutet zu werden, der wird die Stadt moegen. Fuer uns ging es im Bus weiter nach Pokhara, denn auf radfahren hatten wir direkt nach der langen Tour keine Lust. Die Entscheidung war auch ganz gut, denn die Strecke ist vielbefahren und eine staendiges Auf und Ab durch die Taeler, die wir auch schon auf der letzten Strecke nach Kathmandu erlebt haben.


Pokhara und Wandern

Pokhara ist die zweitgroeste Stadt des Landes und Ausgangspunkt fuer die meistbegangenen Trekkingrouten in Nepal. Schon in den Wochen vorher hatten wir uns Gedanken gemacht, welche Strecke wohl die beste waere. Zuerst sollte es der Anapurna Circuit werden, eine 2 bis 3 woechige Umrundung des Annapurna Massivs. Wegen der langen Gehzeit und dem Geruecht, grosse Teile der Strecke wuerden auf Strassen verlaufen, haben wir uns aber fuer den Sanctuary Trek entschieden. Im Nachhinein die richtige Entscheidung, denn 9 Tage wandern fanden wir genau richtig und Autos haben wir auch kein einziges mal gesehen:

Am ersten Tag wachen wir auf und es regnet, uebrigens das einzige Mal waehrend der restlichen Zeit in Nepal. Wir bleiben also noch liegen und fahren erst Mittags mit dem Taxi zum Ausgangspunkt des Treks in Phedi. Erstmal gehts eineinhalb Stunden steil Bergauf nach Dhampus. Aus diesem Grund starten wohl viele Leute woanders und beenden die Tour in Phedi. Ganz anders als beim Wandern in europaeischen (Mittel-)Gebirgen ist hier alles feucht und gruen. Wir laufen die meiste Zeit zwischen Bananenstauden und Reisfeldern herum. Weil in den naechsten Tagen Dasein, das wichtigste Fest der hinduistischen Nepalesen ansteht, sind die Leute offenbar gut gelaunt und wir sehen oefters Maenner, die aus riesigen Bambusstaemmen Schaukeln fuer die Kinder bauen. Die Kindern hier haben aber nicht immer so viel Spass: Auf dem Weg von Dhampus zum Schlafplatz in Pothana treffen wir einen vielleicht 13jaehrigen, der einen sicher 20kg schweren Korb traegt. Nett ist er und will uns natuerlich, wie alle Nepalesen, zum Hotel von seinen Eltern (Tante, Schwester, Oma, Freund...) lotsen.

Alle Traeger, die wir spaeter noch oft sehen werden, haben ihre Last nur lose auf dem Ruecken aufliegen und halten das Gewicht stets mit einem Stoffriemen auf der Stirn. Die meisten hier laufen also mit 30-50 Kilo auf ihrer Halswirbelsaeule herum, sicher nicht gerade gesund...

Den Jungen haben wir dann relativ bald abgehaengt, doch bevor wir zum Hotel kommen treffen wir noch auf die Maoisten. Eine nach einem Massenmoerder benannte Gruppe, die dummerweise auch noch bewaffnet ist. Anscheinend ist die nepalesische Armee nicht in der Lage, die M&M's zurueckzudraengen. So kassieren sie also weiter fleissig Schutzgeld von Touristen und einheimischen Geschaeftsleuten. Auch wenn sie nicht offen bewaffnet auftreten und einen auf nett und freundlich machen, empfehlen alle Reisefuehrer, die 100 Rupien pro Tag lieber zu blechen. Wir geben mal 7 Tage an und muessen umgerechnet 16 Euro zahlen, wuesste gern mal wieviel Munition man davon kaufen kann. Fuer uns sind diese Verbrecher jedenfalls kein Grund, nicht nach Nepal zu reisen, dass hilft den Einheimischen, die ein ehrliches Gewerbe fuehren noch weniger. Sehen aber nicht alle so, die Touristenzahlen sind seit dem Maoistenproblem offenbar ziemlich eingebrochen, leicht zu sehen an den vielen freien Hotelzimmern entlang der Strecke.

Die Nacht verbringen wir in Pothana. Das Doppelzimmer kostet einen Euro und die Essensportionen sind wie erwartet klein. Darueber werden wir uns noch oft aufregen, aber was soll man machen. Die Traeger essen hier Abends Unmengen Reis waehrend die Touristen von einem Kuchenteller Bratkartoffeln satt werden sollen!?! Waehrend der Tour aendert sich nichts an Essen und Unterkunft, alle haben die gleiche Speisekarte und die Zimmer sehen auch ueberall gleich aus. Lediglich die Preise steigen mit der Entfernung von der naechsten Strasse.

Die naechsten 3 Tage laufen wir im Tal des Modi Khola (Fluss) entlang bis zum Machapuchre Base Camp (MBC). Dabei fuehrt der Weg aber nicht einfach schnurstracks das Tal hoch, sondern nimmt einfach alle Doerfer (und damit Restaurants/Lodges) auf den Bergflanken mit. Geschickt gemacht ham' die das hier. So vergehen die Tage mit einem bestaendigen Auf und Ab, unterm' Strich kommen wir aber nach 3 Tagen doch auf 3800 Metern am MBC an. Dort gibt es dann natuerlich auch keinen Wald mehr, nur noch Straeucher und Gras, was aber immernoch viel mehr ist als man in den Alpen auf dieser Hoehe erwarten koennte. Base Camp hoert sich vielleicht nach Bergsteigen oder sowas an, bezeichnet aber nur (wie auch am EBC und ABC) den Standort des Basislagers der Erstbesteiger oder einer fruehen Expedition.



Der folgende Tag war dann ziemlich anstrengend: Erstmal ging es eineinhalb Stunden zum Annapurna Base Camp. Die paar Lodges liegen eingebettet zwischen 7000m und 8000m hohen Gipfeln. Man fuehlt sich wie eine Ameise in einem riesigen Amphitheater. Durchs fruehe Aufstehen hatten wir auch wolkenfreie Sicht. Michi hat also die obligatorischen Fotos geschossen und wir haben beide bei Milchtee und heisser Zitrone die Sonne genossen. Ausserdem sind wir mit Femke und Jurryt aus Holland ins Gespraech gekommen. Die beiden hatten wir auf dem Weg schon oefter gesehen. Diesmal haben wir festgestellt dass wir alle im Anschluss ans Wandern noch einen Rafting-Trip machen wollten. Haben also noch schnell die Mail-Adressen ausgetauscht und sind dann zurueck gelaufen bis zur Siedlung Bamboo. Zum ersten mal auf der Wanderung waren alle Hotels voll und wir mussten im Speisesaal schlafen.

Die naechsten Tage haben wir es dann insgesamt ruhiger angehen lassen. Anstatt so 6 Stunden Laufzeit sind wir nur vier Stunden pro Tag gelaufen. Das hat dem nicht aufhoeren wollenden Muskelkater mal gut getan. Ueber Kimrong, wo wir die einzigen Gaeste im ganzen Dorf waren, und Tadapani sind wir nach Ghorepani gekommen. Unterwegs haben wir wieder die Hollaender getroffen und sind mit ihnen den Rest der Strecke zusammen gegangen. Ist mal ganz nett mit anderen Leuten mehr als nur "Woher kommst du, wo gehst du hin?" zu reden. Durch die kuerzeren Etappen hatten wir Abends viel Zeit zu lesen oder einfach mal nichts zu tun.



Ghorepani war nach all den einsamen Doerfern geradezu ueberlaufen. Hier sammeln sich Wanderer vom Sanctuary- und vom Circuit-Trek, die alle nur ein Ziel haben: Poon Hill. Noch vor Sonnenaufgang latschen ohne Witz 300 Leute auf den 400 Meter ueber der Stadt gelegenen Huegel um die Aussicht auf die Gipfel zu erleben. Der Anblick von Dhaulaghiri (8000er), den Gipfeln des Annapurna Massivs und des Machapuchre im Rot der Morgensonne war auch wirklich beeindruckend, die Menschenmassen haben aber irgendwie gestoert. Noch bevor die ganzen Rentnergruppen zurueckgehen haben wir uns auf den Weg gemacht und sind an einem Tag bis zum Endpunkt Nayapul gelaufen. Das waren mehr als 2000 Hoehenmeter bergab, unsere Knie waren als erstmal tot.



Von Nayapul konnten wir uns das Taxi mit den Hollaendern teilen und hatten Abends wieder mal ein gescheites Essen mit Fleisch (das gibt es aus uns unerfindlichen Gruenden auf der ganzen Strecke nicht). Zwei Tage entspannen standen jetzt auf dem Plan, bevor es am 27. zum Rafting ging.


Rafting

Nachdem wir zwei Tage hauptsaechlich mit Essen, Schlafen, Lesen und Internet verbracht hatten, wir waren auch einmal auf dem See paddeln, ging es am 27. morgens mit dem Bus los zum Kali Gandaki. Dort haben wir uns ein Boot zusammen mit Femke und Jurryt, Milo und Daniel (Slowakei und Tschechien) und einem Daenen, der nie gesprochen hat, geschnappt. Unser Guide war Purna II, der uns sicher durch alle Stromschnellen (bis auf eine...) gelotst hat, und abends nach ein paar Drinks auch gespraechiger wurde. Zum Glueck waren wir nicht im Boot von Purna I, denn er war etwas nervig, mit seinen Animationsversuchen und am zweiten Abend auch sturz betrunken.

Gleich nach den ersten Uebungen ging es in zwei grosse Stromschnellen, Small und Big Brother, die wir auf Grund unserer Unkoordiniertheit teilweise rueckwaerts durchfuhren. Aber keiner wurde vom Boot gespuelt, und das blieb am ersten Tag auch so. Spaeter wurden wir besser, als wir uns auf die Befehle von Purna eingestellt hatten. Am Abend erfuhren wir dann, das vor kurzem erst ein Boot in den Stromschnellen gekenntert ist und mehrere Insassen ins Krankenhaus transportiert werden mussten. Ausserdem sind in Small Brother auch schon Leute gestorben, weil sie unter einen Felsen unter Wasser gespuelt wurden, und dort nicht mehr raus kamen. Soviel zu unserer anfaenglichen Frage, ob die Fahrt gefaehrlich waere, was von der Organisation natuerlich voellig abgestritten wurde.

Am naechsten Tag waren wir 4 Stunden auf dem Wasser. Insgesammt wurden in drei Tagen ca. 65km zurueckgelegt, was wir im nachhinein als perfekte Strecke empfanden. Wir haetten nicht mehr als drei Tage machen wollen, und auch nicht mehr als 4 Stunden auf dem Wasser sein wollen. Es war doch schon recht kuehl, obwohl ich es zum schwimmen noch warm genug fand. Dazu ergab sich zwischendurch auch immer mal wieder die Chance. Aber am 2.ten Tag sind Jurryt und ich (Salz) auch einmal unfreiwillig schwimmen gegangen. Bei einer grossen Stromschnelle hat es Purna aus unserem Boot geworfen. Voellig fuehrerlos trieben wir dann in der Stromschnelle umher und unser Boot dreht sich so, das es schraeg gestelle von einer Welle ueberspuehlt wurde. Da war kein halten mehr fuer uns.

Doch beide konnten wir uns schnell wieder in das Schlauchboot ziehen, was auch besser so ist, sonst koente man zwischen Boot uns Fels eingeklemmt werden. Nur Purna musste an Land schwimmen wo wir ihn nach dem groebsten dann wieder einsammelten. Fuer die Rettung standen natuerlich auch immer Kayaker bereit, die einen dann rausgefischt haetten, aber wir brauchten sie nicht. Das naechste mal wuerde ich jedoch lieber einen Kayaktrip machen, da man dort individueller die Stromschnellen anpeilen kann, aber da muss man erst mal einen Einfuehrungskurs machen.

Insgesammt war das Rafting ein Highlight. Der Fluss und das Tal wunderschoen. Wir konnten auch wieder mehrere Affen am Ufer spotten. Einige Wasserfaelle, von einem wurden wir auch geduscht. Genuegend zu essen und schoene Camps direkt am Ufer. Der Sand auf dem wir campten weckte in uns schon mal die Lust auf Strand und damit vor allem auf Thailand. Wir schliefen unter einem aus Boot und Plane improvisierten Zelt und damit halb im Freien. Eine angenehme Atmosphaere. Nur dumm war, dass es Axel an seinem Geburtstag, dem letzten Tag vom Raften nicht so gut ging, weil er sich in der Nacht zuvor uebergeben musste.

An dem Tag ging es 4 bis 5 Stunden im Bus zurueck nach Pokhara, wo wir abends noch einmal gut Essen gegangen sind mit unsere Bootscrew und anschliessend noch ein Bierchen trinken waren. Am 31. haben wir uns dann auf den Weg nach Indien gemacht, aber zu dem Chaos dann mehr im naechsten Eintrag. Fotos vom Raften existieren nur auf einer billigen Wasserdichten Kamera, die wir erst mal entwickeln lassen muessen.

Nepal hat uns gut gefallen. Das Land hat eine Vielfalt an Natur zu bieten, von dem Hochgebirge and der Grenze nach China, bis zur nordindischen Ebene. Am meisten wird unser Bild durch die vielen, engen Taeler gepraegt sein, die wir schon bei der ersten Fahrt von der Grenze nach Kathmandu erlebt haben. Leider stehen die Aussichten fuer das Land, eingequetscht zwischen China und Indien, nicht wirkich gut. Die Wirtschaft ist schwach, Industrie gibt es nur wenig, und wenn dann fast nur in Kathmandu. Tourismus ist eine Haupteinnahmequelle des Landes, aber weder diese noch die Industrie wieder sich verbessern, solange die politische Lage so instabil ist. Die Parteien sind nicht kompromisfaehig, selbst jene, die auf Demokratie setzen. Die Maoisten, mit ihrer Armee haben noch so viel Macht, dass sie auf politischer Ebene Druck ausueben koennen, obwohl sie in freien Wahlen wohl kaum eine Chance haetten. Ich sehe wirklich keine Zukunftsperspektive fuer das Land, sehr schade fuer die Menschen, die hier leben, aber kann mir vorstellen hierher noch mal wiederzukommen.

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