Grosses tibetisches Alphabet
Uaha war das eine Heidenarbeit. Dieser Blogeintrag ist zugegebener Massen lang. Man kann ihn aber problemlos stueckchenweise lesen, deswegen haben wir ja auch die ABC-Form gewaehlt. Nicht zuletzt ist der Blog auch eine Erinnerung fuer uns selbst...
Achja, A bis M ist vom Axel, der Rest von Michi geschrieben. Fuer die fehlenden Buchstaben ist uns nichts Sinnvolles eingefallen. Fuer Vorschlaege sind wir aber immer offen!
Andere Radler
Natuerlich freut man sich immer, wenn man Gleichgesinnte trifft, mit denen man sich austauschen kann. Vor der Abreise aus Lhasa hatten wir schon befuerchtet, bei weitem nicht die Einzigen auf der Strecke zu sein, nachdem wir irgendwo gelesen hatten, dass ja neuerdings Massen von Radfahrern den Friendship Highway fahren wollen. Hat sich aber dann alles als viel harmloser herausgestellt:
Gleich am zweiten Tag, wir standen aufbruchbereit am Strassenrand, fuhr eine amerikanische gefuehrte Tourgruppe an uns vorbei. Gluecklicherweise muss man sagen, denn keine Stunde vorher war uns aufgefallen dass die Luftpumpe fehlt. Muss wohl jemand in Lhasa geklaut haben. Michi ist also schnell hinterhergefahren und hat doch tatsaechlich von einem der Amis ne Pumpe geschenkt bekommen. Die haben wir zwar bisher nicht gebraucht, aber schadet ja nicht. Sowieso waren die gepaecklosen Radler immer ganz beeindruckt und fast schon mitleidig, wenn sie unsere vollgepackten Raeder sahen.
Der naechste war Joe aus der franzoesischsprachigen Schweiz. Dort war er auch losgefahren und hatte sich seit der Abreise nicht mehr rasiert. Beim Waschen waren wir uns nicht so sicher. Nett war er aber schon, auch bissl verrueckt. Wir konnten einfach gar nicht verstehen, warum einer Spass daran hat, alleine durch 2000 km Einoede zu fahren, naemlich die Strecke von Kashgar in Westtibet bis zu unserem Treffpunkt bei Shigatse. War wohl ein Einzelgaenger, seine weiteren Reiseplaene haben jedenfalls dazu gepasst: Nepal und Indien (Standard) und von da nach Pakistan, wenn der Grenzkonflikt es erlaubt, dann weiter nach Norden durch ungefaehr 4000 km chinesische Wuestenprovinzen nach Peking. Ende in Japan nach 2 Jahren.
So verrueckt war danach keiner mehr, aber die schrecklichen 2000km von Kashgar hatten sich auch die folgenden angetan: Carine aus Frankreich, alleinradelnd als Frau, dass fanden wir schonmal nicht schlecht. Sie hatte aber schon mehr oder weniger die Nase voll vom langweiligen Radfahren, sonst ist sie naemlich Bergfuehrerin in Chamonix. Kurz vorm letzten Pass fuhren noch Karen, Kate und Tim aus Australien vorbei, mit denen sind wir dann wieder das letzte Stueck nach Kathmandu gefahren (steht irgendwo anders). Kate und Tim hatten auch die Kashgar-Route hinter sich und sich danach mit Tims Schwester Karen in Lhasa getroffen um zusammen den Friendship Highway zu fahren. Reichlich komisch waren die drei. Tim rast wohl immer voraus so dass die Maedels nicht hinterherkommen. Beim Essen redet er dann um so weniger mit allen nicht-Australiern. Deutlich konnten sie alle drei nicht reden. Einmal sind sie einfach so im Restaurant aufgestanden und gegangen, spaeter konnten wir rausfinden dass es ihnen einfach zu teuer war... und so weiter.
Sehr angenehm war es dafuer mit Wolfgang und Thomas aus Koeln, den beiden Jungs, die wir auf dem letzten Pass kennengelernt haben. Sie hatten den ganzen Lhasa-Kathmandu-Trip in 3 Wochen durchgezogen, einfach als Urlaub in den Semesterferien. Irgendwie waren die zwei auch besser informiert und mussten nicht so viel Zeit mit Visa- und Permit-Kram vertroedeln wie wir. Mittlerweile sind sie schon nach Delhi weitergereist und bald wieder zu Hause. Falls ihr das hier lest: Waren ein paar nette Abende mit euch!
Ansonsten haben wir noch ein hollaendische und eine spanische Radfahrergruppe mit Begleittruck getroffen. Mit den Hollaendern haben wir ein paar Worte gewechselt aber die Spanier sind mit sonem mickrigen Hallo an uns vorbeigefahren, hatten einfach keine Zeit. Ganz schoen bescheiden so ein Verhalten aber klar, bei 1000 km Strecke sollte man einfach keine Minute verlieren!!
Bandh = Streik
Puenktlich zu unserer Ankunft in Nepal war angeblich ein Generalstreik in Kathmandu angekuendigt. Angeblich, denn zumindest wir haben davon nichts gemerkt. Der Grund fuer den Streik war wohl das Streichen der fuer Ende des Jahres angekuendigten Parlamentswahlen in Nepal. Am End' wurde aber wohl nur westlich von Kathmandu gestreikt, wir kamen vom Osten in die Stadt. So richtig verstanden haben wir ehh nicht was so ein Bandh bringen soll. Wenn er denn doch mal voll zum Tragen kommt steht wohl das ganze Leben in grossen Teilen des Landes still, alle Laeden sind geschlossen und die Strassen leergefegt. Das trifft natuerlich vor allem die Nepalesen selbst weil sie in der Zeit keine Geschaefte machen koennen etc. Wie auch immer, wir waren ganz froh, verschont worden zu sein, so konnten wir an Michis Geburtstag ein wuerdiges Essen geniessen. Nicht ganz so froh waren die schlitzohrigen Hotelbesitzer bei denen wir kurz vor Kathmandu zu Mittag gegessen haben. Die meinten gleich, wenn Bandh sei koennten wir auf keinen Fall nach Kathmandu, viel zu gefaehrlich wegen den gewalttaetigen Demonstrationen und so, wir sollten lieber bei ihnen im Hotel schlafen bis alles vorbei ist. Haha.
Campen
Auf's Campen haben wir uns so richtig gefreut. Nach all den stinkenden Staedten wie Hong Kong, Peking und Lhasa haben wir uns beide nach Natur und einsamen Uebernachtungsplaetzen gesehnt.
Schon das Einkaufen der ganzen Ausruestung hat ja tierischen Spass gemacht. So ein gutes Zelt oder ein warmer Schlafsack oder ein robuster Kocher, das sind ja alles Investitionen fuer die Zukunft (in unserem Fall besser gesagt von Michi: "Investitionen aus der Zukunft"). Um es kurz zu machen, mit der Ausruestung sind wir bisher ausnahmslos zufrieden. Aber so ein Zelt, auch wenn es noch so toll ist, baut sich ja nicht von allein auf und ab. So waren wir also jeden Tag mit Zeltaufbauen, Einraeumen, Isomatten aufblasen und beziehen, Kochsachen rausholen und am naechsten Morgen dem ganzen rueckwaerts beschaeftigt. Wasserfiltern nicht vergessen. Abends hat das immer so 'ne Dreiviertelstunde gekostet, morgens sind zwischen Aufstehen und Losfahren eigentlich nie weniger als 2 Stunden vergangen. Mit der Zeit ist uns das immer mehr auf die Nerven gegangen, so dass wir am Ende dann ein paar mal von Hotels Gebrauch gemacht haben. Nach einem langen Radtag und Preisen von 5 Euro pro Doppelzimmer faellt's aber auch nicht wirklich schwer.Bei den zukuenftigen Etappen in Indien wird sich an dieser Praxis auch nicht viel aendern, der Grund sind: Die Leute! Die Tibeter haben uns beim Zelten einfach mehr genervt als alles andere. Ihr koennt es euch vielleicht nicht vorstellen bei einem Land das auf der vierfachen Flaeche Deutschlands nur 2,6 Millionen Einwohner hat, aber hier sind einfach ueberall Menschen! Wir haben ca 20 mal gezeltet, dabei waren wir vielleicht 5mal allein. Die anderen 15 Uebernachtungen liefen ungefaehr so ab: Wir sind schon total fertig und fahren trotzdem immer weiter bis wir einen Platz finden, der weit weg von den Ortschaften ist und vielleicht so ein bisschen schlecht einzusehen ist. Die Raeder werden abgeladen, das Zelt aufgebaut und Michi setzt sich in den Eingang. Ich gebe die Taschen an und Michi verstaut sie nach dem immer gleichen Muster. Waehrend er dann die Schlafplaetze klarmacht lege ich noch die Raeder neben das Zelt und schliesse alles ab.
Wenn uns bis dahin noch kein Tibeter entdeckt hat sind wir schon heilfroh. Irgendwann ist es dann aber doch meist soweit gewesen. Ein Tibeter steht vor dem Zelt und guckt bloed. Wir ignorieren ihn fleissig und machen einfach das weiter was wir ehh gerade tun. Man kann ja verstehen, dass die Einheimischen Leute wie uns nicht oft sehen, aber muss man deswegen gleich unhoeflich sein? Nicht guten Tag sagen, einfach neben uns stellen, wie die Marsmaennchen anglotzen und im schlimmsten Fall noch alles antatschen. Der Extremfall war eine Frau kurz hinter Shigatse. Erst hat sie uns 2 Stunden in Ruhe gelassen, dann hat sie sich zwei Stunden zu uns gesetzt und alles, was wir aus den Taschen geholt haben einfach genommen und inspiziert. Spaeter hat sie mir noch eine halbe Stunde beim Kartoffelschaelen zugeschaut... was soll man dazu noch sagen? Die Tibeter haben einfach keinen Sinn fuer die Privatsphaere anderer Leute, sie sind es eben von Kind auf gewohnt dass keiner seinen eigenen Raum hat oder seine eigenen Gebrauchsgegenstaende die sonst keinen was angehn. So - das musste mal sein. Dieses Verhalten der Einheimischen stand fuer uns einfach ganz oben auf der Negativ-Hitliste von Tibet.
Downhill
"Fuer die Leute die von Lhasa nach Kathmandu fahren wartet am Ende der Route der laengste Downhill der Welt, vom Thong La bis zum Kathmandu-Tal nur bergab!" So ungefaehr hat der Lonely Planet vom Schlussstueck der Strecke geschwaermt. Von Wegen.
Natuerlich haben wir uns gefreut wie die Kekse dass es nach dem letzten Pass (auf den wir per Truck gefahren sind) nur noch runter gehen sollte. Wie schon bei der Mehrzahl der Paesse hatten wir aber auch dort schon wieder Gegenwind auf der Abfahrt. Auf den ersten zehn km hat das Gefaelle noch gereicht, dann wars vorbei. Bergabfahren und Treten muessen, dabei dann auch noch mit mickrigen 14km/h voranzukommen ist einfach kein Spass. Es ist fast schon demoralisierend! Natuerlich sind wir dann lange nicht so weit gekommen wie geplant. Auch auf dem restlichen Weg nach Kathmandu ging es allenfalls Streckenweise bergab, macht aber lange nicht so viel Spass wenn es kurz darauf wieder genausoweit berghoch geht. Wir haben's ueberlebt und daraus gelernt: Glaube keinem Nichtradler irgendwas ueber Strecken- oder Belagbeschaffenheit. Diese Weicheier in ihren Landcruisern merken die Steigung gar nicht! Die denken ja auch Waschbrett-Ruettelpiste waere eine super Strasse, arghhh.
Everest Base Camp
Nach Tibet ohne den Mount Everest zu sehen, das geht natuerlich gar nicht. Streng rational betrachtet ist es zwar auch nur ein Berg wie jeder andere, nicht von besonders herausragender Schoenheit, nur ist er halt zufaellig der hoechste der Erde. Wer nun als Radfahrer hinterher allen sagen koennen will, dass man IHN gesehen hat, muss fuenf Tage extra einplanen, soviel Zeit kostet der Abstecher zum Basislager. Bei uns hat es sich aber auch gelohnt, denn die Sicht war wirklich super.Der Pang La hat uns die meiste Kraft von allen Paessen gekostet, auch am zweiten Tag mussten
wir uns durch ein stetig ansteigendes Flusstal bis auf 5000 Meter hochkaempfen. Uebernachtet haben wir die folgenden zwei Naechte neben dem Rhongpu Kloster, ein gerade mal hundert Jahre altes Kloster, dass ausser seiner Lage nichts Besonderes zu bieten hat. Neben uns hatte schon eine amerikanische Landcruisergruppe ihr Zeltlager aufgebaut, so wurden wir erstmal mit heissem Kakao und Suppe begruesst. Ausser Zeltaufbau und Essen im Klosterrestaurant ist an dem Abend nicht mehr viel passiert. Die Naechte da oben waren ziemlich frostig und nicht sehr erholsam. Offenbar gehts aber den meisten Leuten so auf der Hoehe.Am folgenden (Ruhe-)Tag sind wir zum eigentlichen Basislager in 8 km Entfernung gelaufen. Dort hatte man auf einem kleinen Huegel noch bessere Sicht als vom Zeltplatz aus. Kurz davor waren noch die ueblichen Souvenierstaende mit dem ueblichen Ramsch, ein paar Zelthotels und das hoechste Postamt der Welt. Tjaja ihr merkt schon, der Everest ist eine Touristenattraktion wie viele Andere auch, zumindest wenn man ihn wie wir nur aus der Entfernung sieht. Das echte, von Bergsteigern genutzte Basislager ist, vom EBC nochmal sieben Tagesmaersche entfernt, erreichbar nur mit gefuehrten Wandergruppen die ein Heidengeld kosten. Wir jedenfalls sind froh dass wir den Gipfel ueberhaupt sehen konnten, nicht wenige machen den Abstecher vom Friendship Highway und sehen dann doch nichts als Wolken.
Fast noch schoener gestaltete sich die Weiterfahrt nach Tingri am naechsten Tag. Erstmal gings bergab (das hat immer soooo wehgetan wenn man wusste, dass man all die Meter wieder nach oben radeln muss) und dann durch ein angenehm gruenes Tal einen quaelend langen Weg zum flachsten Pass der Reise. Der Gipfel war so eine Art Hochebene, eine Landschaft die wir sonst in Tibet immer vermisst hatten. Die folgende Abfahrt war die zweifellos schoenste Strecke in Tibet. Lag wohl am idealen Abendlicht und der Tatsache, dass es ueberhaupt mal wieder zuegig voran ging.
Familien
Zweimal sind wir bei tibetischen Familien im Haus untergekommen und beidesmal haben wir gute Erfahrungen gemacht. Gefragt ob wir bei ihnen schlafen koennen haben wir eigentlich nur weil es schon dunkel wurde und wir keinen gescheiten Zeltplatz finden konnten. Das erste Mal kurz hinter Shigatse hatten die Leute das Haus gerade neu gebaut und waren noch gar nicht richtig eingezogen. Gleich wurde das zukuenftige Wohnzimmer fuer uns geputzt und wir hatten zum ersten mal so was wie Betten zum Schlafen. Natuerlich wollten wir nicht auch noch essen schnorren, so haben wir selbst angefangen zu kochen, noch bevor die Kartoffeln fertig waren (das dauert in Tibet durch den geringen Luftdruck immer Ewigkeiten) hatten wir aber schon einen Topf mit fertigen Kartoffeln da stehen. Durch die Sprachbarriere kann man leider nichts Abstraktes kommunizieren. So blieb es fuer den Abend bei Kocher- und Videovorfuehrungen.
Die zweite Familie, 20 km vor Nyalam, hat uns weit mehr Einblick in das Leben der Einheimischen gewaehrt. Nachdem wir uns im Wohnzimmer, wo der Yakmistofen schon alles zugeraeuchert hatte, gemuetlich eingerichtet hatten, trudelten alle Familienmitglieder ein.
Wer da wessen Vater oder Mutter war konnten wir nicht so ganz erkennen, meiner Meinung nach gab es: Oma, Vater, Tochter, Sohn mit Frau und Enkelsohn. Erstmal gab's fuer alle Tsampa, wir haben dankend abgelehnt. Das Nationalgericht war wohl mal wieder noetig um die Wartezeit zu ueberbruecken bis der Reis mit Kartoffel und Fleisch fertig war. Den ganzen Abend ueber wurde irgendwas gekocht auf dem Ofen und alle ausser dem Vater und dem Enkel haben immer mal wieder was gearbeitet: die Frau vom Sohn hat Butter gestampft und Kartoffeln geschaelt, der Sohn hat das Fleisch gemacht und die Tochter hat irgendwie alles mal gemacht. Die Oma hat die ganze Zeit ziemlich heftig gehustet und auf den Boden gerotzt (das haben eigentlich alle irgendwann mal getan). Ihr sind wir dann auch moeglichst nicht zu nahe gekommen.Michi hat unser Essen zubereitet und spaeter auch noch von den Tibetern was bekommen, mir ging es an dem Abend noch zu schlecht um irgendwas runterzukriegen. Reden ging natuerlich wieder nicht. Wir konnten mit dem Bildwoerterbuch zeigen wo wir herkommen und dass wir studieren, wo wir hinwollen und wo wir herkommen.
Viel mehr war einfach nicht drin aber man fuehlt sich deswegen nicht unwohl oder sowas. Wenns mal langweilig wurde konnten wir unsere technischen Spielzeuge auspacken und den Tibetern zeigen. Hier tat sich ein Problem auf, das wir schonmal hatten und das sicher noch oefter kommen wird. Sobald man Leute fotografiert und sie sich selbst auf dem Bildschirm der Kamera sehen, wollen sie einen Abzug vom Foto haben. Leider kann man ihnen schlecht das Bild spaeter per Mail schicken geschweige denn als Papierausdruck. In den Situationen waere eine Polaroidkamera wirklich das Beste. Die Familie war trotz fehlendem technischen Verstaendnis nicht die Aermste im Ort, am Essen musste nicht gespart werden und einen Ferneseher gab's auch. Was die sechs vom chinesischen Programm verstanden haben bleibt ihr Geheimnis...Gesundheit
Hier gibts eigentlich gar nicht so viel zu berichten. Anfangs hatte ich mir immer den ganzen Tag (wirklich) Gedanken gemacht, dass mein Knie nicht durchhaelt und ich irgendwann abbrechen muss. Irgendwie ging's dann doch. Zumindest die ersten zwei Tage haben wir kleine Etappen gemacht und alle paar Kilometer Pausen zum Lockern und Dehnen gemacht. Die ganzen drei Wochen hat es dann zwar immer mal wieder gezwickt/gespannt oder sich sonstwie komisch angefuehlt, jedoch konnte man nie von richtigen Schmerzen sprechen die einen zum Aufhoeren zwingen wuerden. Lag wohl zum Teil auch am Diclofenac (Wirkstoff von Voltaren), das ich die meiste Zeit ueber gefuttert hab. Sonst hatte ich zweimal Durchfall, einmal mit Erbrechen. Beim ersten Mal lags wohl am Nicht-Essen, beim zweiten mal wars nicht so eindeutig. Lag wohl vor allem am Dauerdurchruetteln durch die Strasse. Durch das Dauerruetteln habe ich mir auch auf dem drei Stunden-Gefaelle nach Zhangmu den N. ulnaris etwas eingeklemmt. Durch die Handhaltung wurde es wohl in der Guyon Loge etwas zu eng, jetzt ist das Autonomiegebiet des Ulnaris leicht empfindungsgestoert. Kann man nix machen, ich warte jetzt einfach mal ab, innerhalb von Tagen bis Wochen kommt offenbar bei den meisten das Gefuehl vollstaendig zurueck. Beim Wandern am EBC hat dann noch mein Wanderschuh merkwuerdig auf die linke Achillessehne gedrueckt, was diese die naechsten Tage mit Schmerzen quittiert hat.
Jetzt zum Michi: Bei ihm gabs eigentlich keine orthopaedischen Beschwerden (war ja auch zu erwarten nachdem vorher schon immer alles in Butter war), dafuer hatte er viel oefter unter seinem empfindlichen Magen zu leiden, aber eigentlich haben wir ja auch damit gerechnet. Einmal waren es nicht ganz durchgegarte Eier, sonst konnte man nie so genau wissen woher Durchfall und Erbrechen gerade kommen: Die ungewohnte, einseitige Ernaehrung, die ungewohnte Belastung - who knows? Das Essen hier in Kathmandu hat schon einige Besserung gebracht. Beim Wandern wird die Restaurant-Dichte auch sehr gut sein so dass die naechsten Wochen wenig problematisch werden sollten. Bis wir dann in Dehli wieder fuer lange Strecken aufs Rad steigen vergeht sowieso noch viel Zeit, in der wir fleissig Beinmuskulatur und Ausdauer trainieren koennen. Was soll dann schon noch kommen?
Hunde
Die Mistkoeter haben es besonders mir angetan. Seit mich mal beim Spielen auf Ruegen ein Bernhardiner freundschaftlich begatten wollte, sind Hunde mir ehh nicht ganz geheuer, da waere Tibet eigentlich das falsche Reiseziel.
Da lungern Hunde, abgesehen von den groessten Staedten Lhasa und Shigatse, einfach ueberall herum. Ein paar davon sind einem Besitzer zuzuordnen und bewachen meist angeleint deren Haeuser. Schlimmer sind die ganzen verwilderten Hunde. In Tingri liefen sicher 150 davon auf 500 Meter Strasse herum.
Die essen dann Muell und beissen sich gegenseitig, stoeren die Radfahrer aber nicht wirklich. Aetzend wird's ausserhalb der Staedte, z.B. bei den typischen "ein-Strassen-Doerfern". Schon von weitem sieht man einige Hunde daliegen und faehrt unauffaellig daran vorbei. Da ist es ein paar mal passiert dass einer der Hunde aufspringt, einem kurz hinterherrennt und versucht zu Stellen. Leider kann man sich auf dem Rad gar nicht so schnell umdrehen wie die Hunde an einem dran sind. Wenn die nur wollten haetten sie uns so einige male in die Wadeln beissen koennen, kann man bei den durchtrainierten Waden ja auch gut verstehen... Gluecklicherweise wollen die meisten aber nur klaeffen und trollen sich sobald man sie mit Steinen bewirft.Die Steinigung der Viecher ist der einzige Weg sie auf Distanz zu halten, die Tibeter machen das genauso. Uebrigens bewerfen diese gelegentlich auch ihre kleinen Kinder mit Steinen, wenn die mal nicht machen wie sie sollen. Zum Nahkampf ist es gluecklicherweise nie gekommen, fuer den Fall hatte ich am Ende der Reise aber immer das Schloss umhaengen.... Tjaja so war das damals im wilden Tibet. Kaum hinter der Grenze waren die nepalesischen Hunde schon viel freundlicher, kein Bellen, kein gar nix, aber im Muell leben sie genau so wie ihre tibetischen Artgenossen.
Kathmandu
Die Stadt unserer Traeume. Je weiter die Tour fortschritt, desto sehnlicher wollten wir in Kathmandu sein. Unterwegs hatten wir immer wieder Leute getroffen die schon da waren und uns erzaehlen konnten, wie toll da ja alles sei. Am meisten haben wir uns natuerlich auf das Essen gefreut und auf die besseren Preise.
Mittlerweile sind wir jetzt fast eine Woche hier und haben das gute und vielfaeltige Essen ausgiebigst genossen. Fuer den Preis von einem mickrigen Teller Eierreis in Tibet bekommt man hier schon einen riesigen Burger mit Pommes und Salat. Natuerlich kann man auch hier in teure Restaurants gehen (Pizza fuer 4 Euro liegt ziemlich an der oberen Grenze), muss man aber nicht.

Hier gibts einfach alles was es in Tibet nicht gibt, auch viele westliche Suessigkeiten und Zeitschriften. Deshalb ist Kathmandu vor allem fuer Leute, die aus dem oden Tibet oder vom Wandern kommen ein Paradies. Nach einigen Tagen ist alles nicht mehr so aussergewoehnlich und einem faellt ein was es auch hier alles nicht gibt :-) Freuen uns auch schon sehr darauf von hier wieder zu verschwinden. Unser Hotelzimmer liegt direkt neben einer Disko und die uebervollen Strassen strengen auch irgendwie an. Die zig Laeden im Touristenviertel Thamel verkaufen alle die gleichen Hippie-Klamotten und den gleichen Souvenier-Nippes, Sehenswuerdigkeiten gibts auch nicht viele etc. Unser Visum fuer Indien sollte am Freitag fertig sein, dann sitzen wir am Samstag im Bus nach Phokara, von wo aus die Wanderung los geht.
Lhatse
Eigentlich ist es diese Stadt gar nicht wert hier gross erwaehnt zu werden, fuer L haben wir aber nichts besseres gefunden. Also Lhatse. Die Stadt ist exemplarisch fuer tibetische Ortschaften. Eine Strasse fuehrt hindurch, wie im wilden Westen sind an beiden Seiten heruntergekommene Hausfassaden. Die Geschaefte haben ihre Schilder alle vom gleichen Schildermacher, so haben auch alle das gleiche Hintergrundbild. Hier und da sind alte tibetische Haeuser, dazwischen haessliche Neubauten. Die chinesischen Restaurants sehen irgendwie alle gleich aus. Selbst in Restaurants gibt sich da keiner Muehe irgendwas Schoenes aus seinem Eigentum zu machen. Die Gaeste spucken nicht Essbares auf den Boden, Muelleimer gibt es sowieso nur einen: Die Umwelt.
Unser Hotel war in dieser ungemuetlichen Stadt geradezu ein Lichtblick. Ein typisches tibetisches Haus, sauber und nett eingerichtet. Nicht zuletzt waren die Leute hier echt nett und bemueht, dazu schreibt Michi unten mehr. Interessant war allerdings, was passiert ist als wir nach einer warmen Dusche gefragt haben:
Erstmal muss man wissen, dass sich Tibeter nicht duschen. Die Einheimischen waschen sich mit Schuessel und Waschlappen, kleine Kinder werden vielleicht mal in 'nen Bottich gesetzt. Die Duschen sind also nur fuer westliche Touristen da und werden auch nur angeheizt wenn diese erwartet werden. Unser Glueck war an dem Tag die Anreise von mehreren Landcruisergruppen. Wir fragen also nach der Dusche, Loede, der Gastgeber sagt eifrig Yes, Yes, einen Moment dauerts nur noch. Wir haben ja Zeit und warten auf der Terrasse. Irgendwann rollt Loede einen Autoreifen ueber den Hof und grinst uns dabei so richtig fett an. Ich sage noch so "Hat der Reifen jetzt was mit dem Duschen zu tun?", wir denken uns sonst nicht viel dabei. Spaeter schauen wir dann mal beim Duschhaeuschen wie weit Loede ist als er gerade damit beschaeftigt ist, den Reifen im Ofen unterzubringen! Tja das haette man mal vorher wissen sollen. Heisse Duschen dank Altreifen, Yakmist und Ziegenknoettel - damit haben wir nicht gerechnet. Es zeigt einfach wie wenig man in Entwicklungslaendern von Unmweltschutz weiss und wie wertvoll eine intakte Umwelt fuer den Tourismus sein kann...
Money
Ueber das Betteln haben wir uns ja schon frueher mal ausgelassen - geaendert hat sich im Laufe der Reise nichts. Zum Teil sind die Leute sowas von dreist. Und einfallslos. Da faehrt man schweissgebadet einen Pass hoch, oben angekommen stuermen gleich fuenf Tibeter auf einen zu und reissen einem fast die Kekse aus der Hand. Diese Leute tun nichts anderes als auf dem Pass alle ankommenden Touristen anzubetteln! Oder auf der Fahrt zum Basecamp: Ich bin schon ziemlich am Ende, muss wegen Magenkraempfen alle paar Kilometer anhalten. Wir naehern uns einer Kutsche und was macht die Frau auf der Ladeflaeche? Rueckt ihr Baby noch schnell zurecht und streckt erstmal die Hand aus als wir da angekrochen kommen. Unfassbar. Die Kinder unterwegs schreien sowieso fast alle nur "Money, Money" wenn sie nicht gerade mit "Hello"-Anschreien beschaeftigt sind. Man kann halt nichts tun dagegen. Den Kindern kann man ja auch keinen Vorwurf machen, sie lernen es ja von ihren Eltern und werden von Touristen, die auf das Betteln eingehen auch noch bestaerkt. Manchmal hatte man den Eindruck, die Kinder werden von ihren Eltern sogar aufgefordert zu betteln. Jetzt schon muss in Tibet keiner Verhungern, erst recht nicht in den von uns gesehenen Doerfern entlang des Highways. Trotzdem wird das Problem wohl bei der vorherrschenden "nationalen buddhistischen Bettelkultur" nicht so schnell aufhoeren.
Nahrung
Unsere Ernaerung waehrend der dreiwoechigen Tour laesst sich sehr einfach zusammenfassen: Egg fried Rice. Das ist schon vor Tagen gekochter Reis, der mit etwas Ei zusammen ungwuerzt in die Pfanne geschmissen wird. Dies ist natuerlich eine nahrhafte Mahlzeit, aber nicht sehr abwechslungsreich und enthaelt auch nicht wirklich viele Vitamine. Natuerlich gibt es auch noch andere Mahlzeiten in Tibet, hervorzuheben sind da die Momos, da sie wirklich ganz gut schmecken koennen. Sie bestehen aus in Teig eingerolltem Yakfleisch oder Gemuese, das Ganze wird zusammen gedaempft. Zu finden sind sie jedoch nur in groesseren Staedten.
Anfaenglich haben wir uns auch noch haeufig selber bekocht, was zum Ende hin weniger wurde, weil wir immer oefter aus Zeltaufbaufaulheit Hotels aufgesucht haben und auch Mittags nicht so viel Zeit mit kochen verbringen wollten. Ausserdem waren unsere selbstgekochten Mahlzeiten auch selten besser als jene in tibetischen Restaurants. Meist bestanden sie einfach aus einer Fertigsuppe, welche mit gekochtem Reis gemischt wurde. Eine Delikatesse, und Axel hatte auch noch immer mit den scharfen Suppen aus China zu kaempfen.
Wir haben auch tatsaechlich einen Radfahrer aus der Schweiz getoffen, der sich morgens traditionell wie Tibeter von Tsampa ernaehrt, geroestetes Gerstenmehl, dass entweder mit Wasser, Tee oder Boe Cha (Buttertee) gemischt und verspeist wird. Von unserer Seite ist es wirklich nicht zu empfehlen. Auch den Yakbuttertee, der von Tibetern den ganzen Tag getunken wird, konnte ich nicht runter bekommen, Axel fand ihn nicht so schlimm.
Auch wenn wir versucht haben die Chinesen in Tibet so wenig wie moeglich zu unterstuetzen, so ist ihr Essen doch erheblich vielfaeltiger und besser. Daher haben wir auch ein paar mal in chinesischen Restaurants gegessen. Aber man kann sich vorstellen wie sehr wir uns waehrend der Reise auf Kathmandu gefreut haben. Je mehr wir von anderen Backpackern hoerten, wie gut das Essen dort ist, und dass es praktisch Alles dort gibt, desto haeufiger sassen wir da und traeumten von Pizzas und Steaks. Nun koennen wir bestaetigen, das Essen hier ist wirklich gut.
Oertchen
Ein Loch im Boden mit einem riesen Haufen Scheisse darunter. So sah es eigentlich immer aus. Komischerweise scheinen die Tibeter auch nicht so viel von Toilettenpapier zu halten, denn dass ist proportional zu dem Haufen nur in geringer Menge vorhanden. Wir wissen es nicht, aber viellicht bedienen sich die Tibeter der selben Methode wie Nepalesen, die zum saeubern einfach immer die linke Hand verwenden. Daher wird in Nepal auch ausschliesslich mit der rechten Hand gegessen, ohne Besteck. Den Preis des ekeligsten Klos gewinnt ein Klo in Lhasa bei der Kaserne in der wir festgehalten wurden. Das Loch war schon randvoll und das nicht nur mit Faekalien, sondern zu einem Grossteil mit Wuermern.
Waschbecken und eine echte Kloschuessel sucht man in Tibet vergebens, ausgenommen in ein paar nobleren Hotels. Dabei ist die Kloschuessel so eine komfortable Erfindung, die man im Alltag gar nicht zu schaetzen weiss. Chinesen (Tibeter manchmal auch) jedoch scheinen die Kackstellung zu bevorzugen, denn man sieht sie sehr haeufig in der Hocke dasitzen und das Treiben auf der Strasse beobachten.
Plaene fuer die Zukunft
Momentan haben wir uns mal wieder selber in Kathmandu festgesetzt, da wir uns nicht am ersten Tag um das Visum fuer Indien gekuemmert haben und die naechsten beiden Tage Wochenende war, mussten wir heute zur Botschaft. Dort haben wir erfahren, dass ein Visum auch bis zu einer Woche dauern kann, weil sie sich erst unsere Daten von der Botschaft in Deutschland bestaetigen lassen muessen. Wozu gibt es denn eigentlich den Reisepass? Dummerweise standen wir heute eine Stunde umsonst an, denn als wir an die Reihe kamen, hat der Man am Schalter uns noch kurz die Zettel rausgereicht, die auszufuellen sind, und anschliessend den Schalter geschlossen. Also morgen wieder hin, dann in ein paar Tagen noch mal, um zu checken ob die Daten bestaetigt wurden und dann noch mal um das Visum abzuholen. Super!
Dafuer haben wir vielleicht noch ein paar Tage fuer die Stadt, denn im Kathmandu Tal gibt es natuerlich auch einige Sehenswuerdigkeiten. Und das sind jetzt nicht mehr immer dieselben budhistischen Kloester. Sobald wir das Visum erhalten haben geht es dann nach Pokhara westlich von Kathmandu. Von dort starten wir unsere Wanderung in die Annapurna Region. Wir haben uns gegen den Cirquit, eine Wanderung um das gesammte Annapurna Massiv herum, entschieden, da dort in letzter Zeit immer mehr der Wanderstrecke asphaltiert wurde. Wir werden den Sanctuary wandern, diese Wanderung fuehrt direkt zwischen die 6000der bis 8000der und verlaeuft bis zum ABC, Annapurna Base Camp. Je nach Lust und Laune werden wir die Wanderung ausbauen und ueber einen anderen Weg zurueckwandern. Insgesammt werden wir 8 bis 12 Tage am wandern sein und auch wieder keinen Internetzugang haben.
Anschliessend haben wir uns entschieden, dass unser Budget auch fuer einen Rafting Trip reichen wird. Eine Zwei- bis Dreitagestour werden wir buchen und uns endlich mal keine Gedanken um nichts machen muessen. Wir setzen uns einfach in den Bus werden hingefahren, steigen ins Boot, kommen abends am Camp an, bekommen unser fertiges Essen und so weiter. Ausserdem treffen wir dort bestimmt auch wieder nette abenteuerlustige andere Reisende.
Die weitere Route ist natuerlich immer noch nicht wirklich geplant. Unsere Ueberlegungen haben sich jedoch etwas geaendert, was auch bedeutet, dass sie sich noch haeufig aendern koennen. Also kurze Uebersicht: zwei Monate Indien von Dehli ueber Darjeeling nach Kalkutta; zwei Monate Suedostasien (Thailand, Kambodia und Vietnam); einen Monat Suedchina (Yunnan); einen Monat Mongolei; einen Monat Russland (Baikalsee, Transsibirische Eisenbahn, Moskau und Sankt Petersburg); und zum Schluss ueber die baltischen Staaten oder Schweden und Daenemark zurueck in die bekannte Heimat.
Raeder
Kaum zu glauben, aber unsere Raeder haben die ca. 1000km unbescholten ueberstanden. Wir haben auch wirklich auf Qualitaet geachtet. Das einzige wirkliche Problem, das wir bekommen haben, ist ein gebrochener vorderer Gepaecktraeger. Dies habe ich zu verschulden, denn ich habe mich nicht rechtzeitig darum gekuemmert, dass meine Taschen auf dem Rohr zuviel herumsprangen und sich auch immer wieder loesten. Ein Problem, dass durch eine Verdickung des Rohres am Traeger leicht zu loesen gewesen waere. So hat sich nach der Grenze auf sehr schlechter Strasse oder Schotterpiste die Tasche wieder geloest, sich verhackt, und den Gepaecktraeger gebrochen. Ich habe Tubus den Hersteller kontaktiert, und Reperaturtipps bekommen, mit denen wir morgen unser Glueck versuchen werden.
Des weiteren hatte wieder ich noch eine Panne mit dem hinteren Gepaecktraeger, bei dem sich zwei Schrauben geloest hatten und der Traeger somit mit samt dem Gepaeck nach hinten wegklappte. Das war aber nicht weiter tragisch, denn wir konnten die Schrauben einfach ersetzen, und haetten wir vorher mal daran gedacht sie zu ueberpruefen, so haetten wir die losen Schrauben auch festziehen koennen bevor es passierte. Bei Axel hatten sie sich auch geloest.
Aber damit ist unsere Pannenliste auch schon beendet, wir hatten keinen einzigen Platten, obwohl wir gleich am ersten Tag in ein Feld voller Dornen gefahren sind um dort zu zelten. Wir hatten in jedem Reifen bestimmt 50 Dornen, aber kein einziger hat den Schwalbe Marathon XR Mantel durchdrungen. Also, wenn ihr einen guten Mantel braucht, hier ist unsere Empfehlung. Am naechsten Tag hatten wir eine Gruppe von Amerikanern getroffen, die das selbe Pech mit einem Dornenfeld hatten, und sie hatten alle mehrer Loecher in den Reifen.
Nun muss aber wirklich noch mal hervorgehoben werden, dass wir sehr froh ueber unsere Raeder sind. Sie haben wirklich die haertesten Strecken gemeistert, ueber hundert Kilometer auf Schotterpiste die in regelmaessigen Wellen angelegt ist (Waschbrett) und ueber die wir teilweise auch mit ueber 30km/h gefahren sind, sowie ca. 20km Baustelle vor der Grenze, wo es teilweise durch kleine Baeche durchging und die Strasse teilweise kaum noch Strasse zu nennen war. Auch die Bremsen haben jede Abfahrt klaglos mit gemacht, egal wie schlammverschmiert sie auch waren. Also super Raeder, sie waren eine gute Kaufentscheidung!
Strecke
Die Strecke die wir gefahren sind waren ca. 1090km. Wir waren von Lhasa bis Kathmandu 24 Tage unterwegs, wobei wir 5 ½ Ruhetage eingelegt haben an denen wir uns nur wenig bis gar nicht fortwegt haben. Somit sind wir die Strecke ruhig angegangen und haben im Schnitt nur 60km pro Fahrtag zurueckgelegt. Es gibt Radfahrer die eine aehnliche Strecke hier in 15 Tagen fahren, aber wir haben ja keinen Zeitdruck, und mussten uns auch erst mal an das Radfahren gewoehnen, schliesslich haben wir nicht speziell fuer die Tour trainiert.
Es ging von Lhasa zunaechst auf einer vielbefahrenen Strasse Richtung Westen, bis wir auf den suedlichen Friendship Highway abbogen. Dort trafen wir die Tourgruppe von Amerikanern, deren Fuehrer uns glaubhaft versicherten, dass der naechste Pass vor Yamdrok Tso, ein fuer Budhisten heiliger See, gesperrt waere. Das war leider nicht der Fall und wir haben dadurch einen bestimmt sehr schoenen See verpasst, an dem wir einen entspannten Ruhetag verbringen wollten. Dafuer wurden wir auf den vielbefahrenen noerdlichen Highway gezwungen, wo die Strasse durch eine enge Schlucht verlief. Nach 80km entschieden wir uns doch noch ueber eine Nebenstrasse, die erste Schotterpiste, bei Gyantse auf den suedlichen Highway zu treffen. Auf dieser Strecke erwartete uns der erste unerwartete Pass mit 4800m Hoehe.Weiter ging es nach Shigatse, wo sich der noerdliche und der suedliche Highway wieder vereinen. Bis hier hatten wir nur gezeltet, aber da es mir nach einer Vergiftung durch schlechte Eier immer noch mieserabel ging, haben wir kurz nach Shigatse an einem Bauernhaus angehalten, dass sich schnell als Neubau herausstellte. Die nette Familie bot uns das einzig fertige Zimmer an, und stockte sogar noch unser Kartoffelvorraete auf. Am naechsten Tag legeten wir nach einer kurzen Strecke einen Ruhetag in einer Bauernsiedlung ein, was sich als etwas nervig erwies, denn die Tibeter hier starrten uns fuer Stunden an, und untersuchten alle Gegenstaende, die wir aus den Taschen nahmen.
Am naechsten Tag ging es ueber einen kleinen Pass zum Fuss des naechsten groesseren Passes (4600m), welcher am Tag darauf gemeistert wurde. Dann gab es erst mal zwei Ruhetage in Lhatse, am ersten war ich (Salz) auch noch in den heissen Quellen in der Region baden. Diese Zeit tat uns gut als Erholung, denn wir hatten ein schoenes Hotel, mit einem sehr freundlichen Wirt, der uns nicht nur eine warme Duschen mittels verbrennen eines Autoreifens machte (das hat er nicht nur fuer uns gemacht, sonst haetten wir protestiert), sondern auch noch mit einem tibetischen weissen Schal am naechsten Morgen verabschiedete.
Von dort ging es dann ueber den hoechsten Pass, den Gyatso La (5200m), und anschliessend bis zu dem Ort an dem es den Eintrittspass fuer den Mount Everest National Park gibt. Am 16. Tag fuhren wir gegen staerkste Windboeen, die uns ordentlich den Sand in die Augen fegten, den Pang La (5200m) hoch. Das war der schwerste Pass, und ich waere fast verzweifelt.
Wir schliefen immer in den Taelern um die Erholung in der Nacht zu verbessern, aber am naechsten Tag ging es hoch zum EBC, Everest Base Camp, oder besser dem Rongpu Kloster, welches noch ein paar Kilometer davor liegt. Es befindet sich wieder auf 5000m Hoehe und somit hatten wir den dritten Tag hintereinander einen Hoehenunterschied von bald 1000m.Auf dieser Strecke hatte ausnahmsweise mal Axel Problem mit dem Magen, aber als wir im EBC freundlich von einen Gruppe amerikanischer Jeeptouristen, welche auch zelteten, empfangen wurden, und auch noch eine heisse Schokolade und eine Suppe bekamen, ging es uns erst mal besser. Einen Ruhetag verbrachten wir im EBC und wanderten im Tal etwas weiter nach vorne, aber dann ging es so schnell wie moeglich wieder runter aus der Hoehe. Wir nahmen eine wunderschoene Strecke, die uns etwas Weg auf dem Friendship Highway sparte und auch den auf der zurueckliegenden Strecke liegenden Pang La, unseren Hasspass, umgeht. Dafuer waren dort die Strassenverhaeltnisse besonders bescheiden. Es ging ueber den Lamna La (La sind immer Paesse) Richtung Old Tingri, wo wir nicht ankamen, da hier mein hinterer Gepaecktraeger wegklappte.
Der naechste Tag war ein halber Ruhetag, da wir nur 20km nach Tingri reinfuhren und uns dort im Hotel ausruhten. Es ging weiter, nicht wie erwartet ueber Asphalt, sonder bis zur Grenze nur noch ueber Schotterstrasse.
Wir fuhren am zwanzigsten Tag bis zum Fuss des letzten Passes. Den konnten wir jedoch am naechsten Tag nicht meistern, da Axel in der Nacht und am Morgen Erbrechen musste, und sich sehr schwach fuehlte. Daher ging es nach zwei Stunden Warten per Anhalter auf die Spitze dieses letzten Passes in Tibet auf 5150m Hoehe, Thong La. Von dem angeblich laengsten Rollercoaster ride bis zur Grenze waren wir nicht so begeistert. Axel ging es immer noch schlecht und wir hatten wieder mit Gegenwind zu kaempfen. Daher kamen wir nur bis 20km vor Nyalam und uebernachteten das zweite mal in einem tibetischen Haus.Der 22. Tag brachte uns endlich von 4200m bei Nyalam bis auf 2200m Hoehe in Zhangmu an der Grenze. Hier gab es das erste mal wieder Spaghetti mit richtigen Nudeln, denn die tibetischen Nudeln sind ohne Ei und somit kaum zu geniessen.
Den Grenzuebergang gemeister schafften wir es am vorletzten Tag noch kurz vor Dunkelwerden bis Dholaregat. Dort habe ich entweder das nicht vertragen oder mich schlicht uebergessen, und die Nacht in meinen Geburtstag wieder mit Erbrechen verbracht. Aber trotzdem meisterten wir am 24. Tag die 60km ueber einen Pass bis nach Kathmandu und feierten dies am Abend mit zwei Deutschen und drei Australiern, die wir auf dem Pass getroffen hatten.Tibeter
Leider haben wir sie nicht so zu lieben gelernt, wie wir vorher vielleicht gehofft hatten. Tibeter gingen uns teilweise auch sehr ausdauernd auf die Nerven. Zum Beispiel eine Mutter mit ihrer Tochter, die geschlagene zwei Stunden sich neben uns und die Raeder gesetzt hat, ungefragt jeglichen Gegenstand untersucht hat, der nicht sicher in verschnuerten Taschen war oder uns einfach beim Kartoffelschaelen zugesehen hat. Sie war auch nicht durch ein Stell-dich-schlafend-Manoever zu taeuschen. Auch haeufig haben wir es erlebt, dass Tibeter einfach mit ihren Kutschen anhielten um uns bei der Mittagspause zuzusehen. Das kann arg stoerend sein, aber da Tibeter meist nur einen Wohn-, Koch- und Schlafraum zusammen besitzen, muss man ihnen auch verzeihen, wenn sie nicht wirklich etwas von Privatsphaere verstehen.
Was zunaechst freundlich klingt, dass die meisten Tibeter einen Gruessen, wenn man vorbei faehrt, kann auch anstrengend werden, wenn alle 50m auf der Strecke ein Haus steht.Und wehe dem der nicht "Hallo" zurueckruft, der wird mit immer aggresiver werdenden "Hallo" Rufen fast beschimpft. Gerade die Kinder hoeren sich dann schon fast hysterisch an, als ob sie gleich sterben wuerden, wenn man sie nicht begruesst. Das ist nervig, und fuer uns nicht wirklich zu verstehen, denn so viele Radfahrer wie wir getroffen haben, muessen dort in der Hauptsaison, also jetzt, fast taeglich Radfahrer und ganze Gruppen durch die Staedte kommen.
Zu den Betteleigenschaften hatte sich Axel ja schon einmal ausgelassen. Vor allem die Kinder auf dem Land sind von Auslaendern zum betteln erzogen werden. Das sind hauptsaechlich die ganzen Jeeptouren, die Renter durch das Land fahren, die wahrscheinlich ihre Enkel genau so verwoehnen, wie sie es hier mit den Kindern machen. Nichts desto Trotz ist auch das Betteln eine nervige Angwohnheit. Die Kinder kommen teilweise von den Feldern angerannt um uns im Vorbeifahren noch "Money" zuzurufen.
Eine Eigenschaft die die Tibeter mit den Chinesen teilen ist das "NO NO NO". Das ist die generelle Antwort, falls sie nichts verstehen, oder die Antwort nicht formulieren koennen, oder auch einfach keinen Bock auf Auslaender haben.
Aber nun will ich auch mal auf die positiven Eigenschaften der Tibeter zu sprechen kommen. Wenn man nicht gerade einen absolut bloeden, nichtsverstehenden Ausdruck in den Gesichtern sieht, was auch manchmal vorkam, so bekommt man doch meist ein sehr freundliches Laecheln entgegengeworfen.
Schliesslich hatten wir ja auch zwei mal gefragt, ob wir bei Familien unterkommen koennen, und beide Male sind wir auf sehr nette Menschen getroffen, die das wenige was sie hart auf den Feldern Tag fuer Tag erarbeiten mit uns voellig unbekannten Auslaendern teilten. Wer wuerde schon in Deutschland einfach sein Haus fuer einen verdreckten Radfahrer oeffnen, der einfach bei einem klingelt. Als wir dann Hilfe benoetigten, weil es Axel schlecht ging und wir mitgenommen werden wollten, mussten wir auch nur so lange warten, weil die Route nicht so befahren war. Es sind vielleicht fuenf Trucks an uns vorbei gefahren, die uns haetten mitnehmen koennen, und schon waren wir in einem Truck, der gleich noch zwei ebenfalls kranke japanische Radfahrer und noch zwei Polen mit einem Freund mitnahm. Ich denke, im Endeffekt ging das sehr schnell. Man muss dabei auch noch beachten, dass es fuer die Fahrer verboten ist Auslaender mitzunehmen, und sie Strafen erwarten, falls sie erwischt werden.
Als weiteres positives Beispiel, ist der Wirt in dem Hotel in Lhatse zu nennen. Er sorgte nicht nur freundlich fuer uns und seine Gaeste, sondern nahm uns auch an die Hand, als wir ein Stueck Yakfleisch kaufen wollen und den Markplatz nicht fanden. Abends kamen wir dann noch in den Genuss von lokaler Musik, als er mit den Tourguides, ebenfalls Tibeter, zusammensass, ein paar Biers getrunken hat und sie musiziert und getanzt haben. Wirklich angenehme Athmosphaere, also falls jemand mal in der Stadt ist, das Tibeten Farmers Adventure Hotel koennen wir waermstens empfehlen.Die Nepalesen die wir bisher getroffen haben, behandeln einen freundlicher, und es ist auch viel einfacher mit ihnen zu komunizieren, da viele ein bisschen Englisch verstehen. Andererseits werden Tibeter von den Chinesen gezwungen als erstes Chinesisch zu lernen, und bekommen wahrscheinlich erst in weiterfuehrenden Schulen Englischbuecher zu sehen. Abschliessend ist das ein gemischtes Urteil, aber wegen den Menschen wuerden wir in dieses Land nicht zurueckkehren.
Urwald
Wenn man an Tibet denkt, so denkt man bestimmt niemals an Urwald, und ist damit auch vollkommen richtig. Baeume gibt es auf der Hochebene und auch in den Taelern so gut wie gar nicht,
deswegen wird auch nur mit Yakdung oder auch mal mit einem Autoreifen geheizt. Aber sobald man Richtung nepalesischer Grenze kommt, so werden die Taeler immer tiefer und man freut sich ueber die ersten Buesche und Baeume. Bald sind dann die gesammten Berge in einem satten Gruen gefaerbt, das wir auch in Deutschland nicht gewoehnt sind, und Axel und ich schon ewig nicht mehr gesehen hatten. Gleichzeitig steigt die Lufffeuchtigkeit und es tauchen immer mehr Wasserfaelle an den steilen Waenden der Schlucht auf. Der Wechsel der Natur ist einfach athemberaubend.Der kleine Bach im Tal schwillt zu einem reissenden Strom an und an den weniger steilen Haengen tauchen die ersten Reisfelder auf.
Schliesslich ist man an der Grenze und es geht noch weitere 1500m runter durch diese gigantische Schlucht. Das zirpen von Grillen oder Zykaden, oder aehnlichen Tieren erfuellt die Luft und noch ganz andere Tierlaute werden hoerbar. Wir waren absolut beeindruckt von diesem Wechsel und den gruenen Waende vor denen wir ploetzlich standen. Leider ging es sehr schnell, da wir ja mit dem Rad unterwegs waren und wir uns auch sehr auf den Weg konzentrieren mussten, da hier die riesige Baustelle war, aber wir hoffen dies nochmals miterleben zu duerfen. Auf unserer Wanderung werden wir einen aehnlichen Hoehenunterschied bewaeltigen muessen, und werden erneut in die Einoede auf fast 5000m eintauchen. Also auf ein Neues!Verkehr
Das ist auch so ein leidliches Thema. Leider waren wir nur selten auf wirklich abgelegenen Routen, auf denen fast kein Verkehr zu finden war. Genauer gesagt, zwei mal, einmal als wir die Route vom noerdlichen auf den suedlichen Highway nach Gyantse nahmen, und ein zweites Mal, als wir die andere Route vom Everest Base Camp bis nach Tingri fuhren. Das waren zwei sehr schoene Strecken, die dafuer von dem Feldweg, auf dem wir fahren mussten, sehr anspruchsvoll waren.
Ansonsten wird man in Tibet immer aus der Ferne ein paar mal per Hupe gewarnt, dass ein Truck, Bus oder Auto kommt und dann noch mal besonders freunlich, wenn sie direkt neben einem sind. Nicht dass die Hupen hier laut waeren, ueberhaupt nicht! Und das gilt auch fuer den Gegenverkehr, koennte ja sein, dass ich beim Radfahren nicht nach vorne schaue... Ausserdem wird auch bei breiten Strassen gehupt, wenn man um einem uneinsichtige Kurve faehrt. Egal, dass eigentlich drei Trucks nebeneinander passen, und man die eigene Spur ueberhaupt nicht verlaesst. Also das Hupen geht uns jetzt schon tierisch auf die Nerven, und das wird bestimmt in Indien nicht besser. Fuer Nepal gilt uebrigens das gleiche.
Auf den Schotterpisten kommt dann immer noch dazu, dass man von einer riesen Staubwolke eingenebelt wird, wenn ein Jeep vorbeifaehrt. Anscheinend ist die Richtgeschwindigkeit im Everest National Park auch ca. 100km/h, denn mit der Geschwindigkeit fuhren die Autos meist an uns vorbei. Besonders schoen ist das ganze noch bei starkem Gegenwind, denn dann bekommt man nicht nur ohne Autos immer mal eine Ladung Sand in die Augen, sondern wenn ein Jeep vorbei faehrt, kriegt man die doppelte Menge ab, da ja alles auf einen geblasen wird. Wir hatten auf jeden Fall mehrfach knirschende Zaehne, und unsere Raeder haben stellenweise die Farbe von Schwarz auf roetlich Braun gewechselt.
Trotzdem hat der Verkehr uns nicht umgebracht, und wir erwarten noch viel schlimmeres Kaos in Indien.
Wetter
Kurz gesagt: bestes Wetter! Wir koennen uns zumindest ueber Sonnenmangel nicht beschweren. Ein Einziges mal sind wir durch den Regen gefahren, und das war zum Glueck als es uns gerade beiden gut ging, und wir eine schoene Strecke vor uns hatten. Nachdem wir uns ein wenig durch den Regen gekaempft hatten, wurden wir auch nur mit den letzten Sonnenstrahlen belohnt, so dass die Kleidung noch trocknen konnte. Nachts hatten wir jedoch mehrfach einen kleinen Sturm, bei denen es aber sehr gemuetlich in unserem Zelt war. Nur gut, dass wir uns fuer ein grosses Zelt entschieden haben.
Lediglich der Wind hat uns immer wieder zu schaffen gemacht. Davon habe ich ja schon berichtet. Wir hatten definitiv mehr Gegenwind als Rueckenwind, und dass kann schon manchmal demotivierend sein. Aber wir haben nicht nur die Steigungen besiegt, sondern auch den Wind!
Yak
Das Yak ist stark und kraeftig, und daher wird man auch stark, wenn man Yakbuttertee trinkt, oder Yakfleisch ist. So zumindest die Aussage des netten Wirtes in Lhatse. In der Tat koenne Yaks wohl in der Wildbahn bis zu 1,8m Schulterhoehe erreichen und sind somit riesig. Diese Tiere haben wir jedoch nicht zu gesicht bekommen, sondern nur die domestizierte Form, welche etwas kleiner ist. Oft sind es auch Kreuzungen aus Kuh und Yak.
Fuer Tibeter ist das Yak zwar nicht heilig, aber doch sehr wichtig.
Von den Yaks erhalten sie ihre Butter, und auch das wenige Fleisch, dass sie traditionell essen. Die Yaks ziehen auch heute noch den Pfug ueber das Feld, zumindest dort, wo der chinesische Einheitstraktor noch nicht angekommen ist. Uebrigens ist die Feldarbeit hier zu einem Grossteil noch Handarbeit, wie es bei uns vor hundert Jahren war. Ausserdem ist der Yakdung der wohl wichtigste Heizstoff im Land. Er wird einfach an die Hauswand geklatscht und trocknet dort. Er heizt ganz gut, das koennen wir bestaetigen, jedoch mit etwas eigenem Geruch.Zhangmu und Grenzuebergang
In der Grenzstadt Zhangmu bekamen wir das erste mal seit einem Monat wieder normales Essen und auch eine warme Dusche. Der Grenzuebergang nach Nepal verlief eigentlich problemlos. Wir hatten noch etwas Angst, da wir ja ohne Permit unterwegs waren, aber auch hier wurde der nicht verlangt. Damit mussten wir ihn nicht ein einziges Mal vorzeigen, was auch gut so war. Auf der nepalesischen Seite war das Ganze gleich viel ungeordneter. Wir mussten uns an hunderten Trucks, Motorraedern und Autos vorbeiquetschen, die die ganze Strasse blockierten. Dafuer waren die Grenzbeamten gleich viel netter, und wir bekamen unser erstes Daal Bhat zu essen, Reisgericht, mit vier verschiedenen Sossen und Gemuesebeilagen. Es wird waehrend dem Essen noch aufgefuellt, so dass man sich richtig vollfuttern kann, was es in Tibet immer nur gab, wenn man mehrere Gerichte gleichzeitig bestellte. Wir waren froh aus China raus zu sein!

Get firefox !!
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1 Kommentare:
Erster!!!!!
War ja auch nicht der rede wehrt dieser kleine Text...
Felix
Von
Anonym, Am/um
10. Oktober 2007 um 17:16
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