Hong Kong II
Hallo liebe Lesenden,
so langsam hat sich das Chaos von dem Michi im letzten Post noch geschrieben hat gelichtet. Nachdem er gestern frueh mal auf der DHL Seite den Paketstatus gecheckt hat, hiess es da nur "could not be delivered". Da bekamen wir erstmal Muffensausen und sind schnurstracks zur DHL Niederlassung gelaufen. Keine 10 Minuten spaeter hatten wir aber die Pakete in der Hand bzw im Taxi. Die Erleichterung kann man sich kaum vorstellen. Wir hatten uns schon ausgemalt drei weitere Wochen in diesem schwuelen Moloch verbringen zu muessen um auf eine erneute Sendung zu warten. Aber das Problem stellt sich ja jetzt nicht mehr.
Im Hostel haben wir schnell die Pakete ausgepackt und die Ausruestung in den Fahrradpacktaschen verstaut. Danach gings gleich weiter zum (Fern-)Bahnhof. Haben gleich mal die Zugtickets nach Peking gekauft. Es war nur noch die billigste Kategorie frei, da mussten wir nicht lange ueberlegen: 60 Euro fuer fast 3000km Strecke in 24 Stunden im "Hard-Sleeper" Abteil. Davon kann man in D wohl schon lange nur noch traeumen. Wegen unserem Uebergepaeck scheint es endlich mal keine Probleme zu geben.
Abends dann das Highlight unseres bisherigen Aufenthalts in Hong Kong: Das erste Date mit zwei Asiatinnen! Michi hatte Laetitia, so ihr englischer Name den sich die Hong Kong People anscheinend in der Schule aussuchen koennen, ueber den Couch Surfer Club, eine Internetplattform fuer Reisende, kennengelernt. Sie konnte uns zwar keine Uebernachtungsmoeglichkeit geben, dafuer aber die Stadt und etwas lokale Spezialitaeten naeher bringen.
Per Telefon haben wir uns also zum "Hot Pot" verabredet - ich dachte gleich an Whirlpool und sowas, lag aber daneben. Der Hot Pot ist einfach ein zweigeteilter Topf in der Mitte des Tisches, in dem eine scharfe und eine normale Bruehe mit massig Knoblauch und Kraeuterkram schwimmen. Wir haben dann den ganzen Abend damit verbracht, alle moeglichen Tierkoerperteile darin zu garen und zu essen: Schwimmblase vom Fisch, Kuhmagen (fuer meine Medizinerkollegen: Die Schleimhaut liegt nicht wie bei uns in Falten, sondern hat eine noppige Oberflaeche, schmeckt aber wie die Schwimmblase nach nix), Tintenfisch, Garnelen, Austern, Miesmuscheln, Reisnudeln, geronnenes Schweineblut, Wurst, Fisch- und Fleischbaellchen, Teigtaschen, roher Schinken, Sprossen, Gemuese etc. mehr faellt mir gerade nicht ein. Jedenfalls schmeckt uns das asiatische Essen wirklich gut, gar nicht so scharf wie ich befuerchtet hatte. Die Preise in Hong Kong sind allerdings noch nicht auf dem gewuenschten Backpacker Niveau. Unter 3 Euro ist ein Mittagessen von dem wir satt werden kaum zu bekommen.
Das Gespraech mit Laetitia und ihrer Freundin Fanny war auch echt nett, wenn auch die beiden von sich aus wenig gefragt haben, so haben sie doch immer schoen brav alles beantwortet was wir wissen wollten wie z.B.: Wie findet ihr die politische Lage hier? Geht so. Was haltet ihr von den Chinesen?
Eher nicht viel. Wie alt seid ihr? 27 und 30, sahen aber viel juenger aus. Wann ziehen die Hong Konger zu Hause aus? Wenn sie Kinder kriegen. Die beiden sind Krankenschwestern. Also haben wir ziemlich viel ueber die Schichten hier und in Deutschland geredet und was einen halt sonst noch so am Arbeitsleben im Krankenhaus interessiert. Fanny ist zum Beispiel auf einer Infektionisstation wo sie die SARS Kranken betreut hat. Im Zuge der Epidemie auch bei den Essstaebchen, deren Handhabung wir so langsam drauf haben, einiges umgestellt: Um das Essen von der gemeinsamen Platte in das persoenliche Schaelchen zu schaffen kann jetzt ein eigenes Paar Staebchen benutzt werden, macht aber keiner.
Manche Fragen konnten die beiden auch nicht beantworten: Wann und wieviel Kinder wollt ihr denn mal so haben? Mit der Direktheit unserer Fragen hatten sie wohl nicht gerechnet, nahmen es uns aber auch nicht uebel. Nach dem Essen waren wir noch ne Stunde im Pub wo Michi und ich ein 5 Euro Bier getrunken haben. Michis Fotolust war schier unersaettlich, das beeindruckte auch die Maedels.
Am End waren wir mal wieder erst um zwei im Bett, aber es hat sich gelohnt. Heute morgen waren wir dann schon wieder mit Laetitia und Fanny zum Fruehstueck verabredet.
Das Restaurant war wie schon das erste so ein Insider, wo man als normaler Touri einfach nicht hinfindet. Diesmal gab es noch nicht mal englische Speisekarten was uns die Qual der Wahl gluecklicherweise ersparte. In der Folge bekamen wir fuer laecherliche 3 Euro pro Nase wieder lauter exotische Sachen aufgetischt. Bei dieser Art Brunch werden all die kleinen Gerichte in Bambuskoerbchen gegart und so auf den Tisch gestellt: Huehnerfuesse (nicht dampfgegart), Reisbaellchen frittiert, Reis im Lotusblatt, Fischbaellchen mit Teighuelle (ueberhaupt gibt es andauerd Fleisch oder Fisch oder Gemuese in Teig eingehuellt, Fleischgefuellte Broetchen, bla bla bla.
Wir waren wirklich uebersatt, aber das Programm ging weiter: durch den Flower Market, eine Ansammlung von Pflanzengeschaeften, ging es zum Bird Market, eine Ansammlung von Leuten die Voegel in kleinen Kaefigen verkaufen. Ganz schoen abartig. Mit Tierschutz nehmen die Leute es hier eher nicht so genau.
Auch im Aquaristikviertel mit locker 30 Geschaeften mit identischem Sortiment mussten die Fische in winzigen Tuetchen ausharren. Durch unseren beiden Fuehrer haben wir einen Fahrradladen aufgetrieben wo es Helme zu moderaten Preisen gab. Sogar mit Guetesiegel vom TUEV Rheinland, hoho.
Die Zeit mit Laetitia und Fanny neigte sich dem Ende zu, da mussten wir noch schnell zwei Hong Konger Spezialitaeten probieren: verschimmeltes Tofu, frittiert (angeblich aehnlich wie Kaese). Schmeckte dem Michi wie erwartet gar nicht, ich fands ganz ok. Ausserdem gab es einen kleinen Blaetterteigkuchen mit Eierfuellung, lecker.
So langsam brach dann beim Michi der Sightseeing Stress aus und wir mussten schnell zur Insel Lan Tau fahren, um dort mit dem Bus zu grossen Buddha Statue zu fahren. War alles recht unspektakulaer, ich hab mich irgendwie am meisten ueber den tollen Empfang fuer unseren GPS-Empfaenger gefreut. Irgendwie war diese Buddha Statue auch eher eine Geldquelle der Buddhisten, an jeder Ecke gabs Souvenierstaende mit Nippes.
Da wir ja mit dem Bus die 600 Meter Hoehe gemacht hatten mussten wir uns anderweitig verausgaben. Sind also schnell nach Hong Kong Island zurueckgefahren und haben den Victorias Peak erklommen, den hoechsten Berg mit Sicht auf die City. Die Aussicht war wirklch ganz gut, die Fotos sagen da einfach mehr als man so beschreiben kann. Zurueck sind wir aber mit der Standseilbahn gefahren, wie es auch die Chinesen alle machen.

Bis zum naechsten mal dann, mit wahrscheinlich weniger kulinarischen Details.
so langsam hat sich das Chaos von dem Michi im letzten Post noch geschrieben hat gelichtet. Nachdem er gestern frueh mal auf der DHL Seite den Paketstatus gecheckt hat, hiess es da nur "could not be delivered". Da bekamen wir erstmal Muffensausen und sind schnurstracks zur DHL Niederlassung gelaufen. Keine 10 Minuten spaeter hatten wir aber die Pakete in der Hand bzw im Taxi. Die Erleichterung kann man sich kaum vorstellen. Wir hatten uns schon ausgemalt drei weitere Wochen in diesem schwuelen Moloch verbringen zu muessen um auf eine erneute Sendung zu warten. Aber das Problem stellt sich ja jetzt nicht mehr.
Im Hostel haben wir schnell die Pakete ausgepackt und die Ausruestung in den Fahrradpacktaschen verstaut. Danach gings gleich weiter zum (Fern-)Bahnhof. Haben gleich mal die Zugtickets nach Peking gekauft. Es war nur noch die billigste Kategorie frei, da mussten wir nicht lange ueberlegen: 60 Euro fuer fast 3000km Strecke in 24 Stunden im "Hard-Sleeper" Abteil. Davon kann man in D wohl schon lange nur noch traeumen. Wegen unserem Uebergepaeck scheint es endlich mal keine Probleme zu geben.
Abends dann das Highlight unseres bisherigen Aufenthalts in Hong Kong: Das erste Date mit zwei Asiatinnen! Michi hatte Laetitia, so ihr englischer Name den sich die Hong Kong People anscheinend in der Schule aussuchen koennen, ueber den Couch Surfer Club, eine Internetplattform fuer Reisende, kennengelernt. Sie konnte uns zwar keine Uebernachtungsmoeglichkeit geben, dafuer aber die Stadt und etwas lokale Spezialitaeten naeher bringen.
Per Telefon haben wir uns also zum "Hot Pot" verabredet - ich dachte gleich an Whirlpool und sowas, lag aber daneben. Der Hot Pot ist einfach ein zweigeteilter Topf in der Mitte des Tisches, in dem eine scharfe und eine normale Bruehe mit massig Knoblauch und Kraeuterkram schwimmen. Wir haben dann den ganzen Abend damit verbracht, alle moeglichen Tierkoerperteile darin zu garen und zu essen: Schwimmblase vom Fisch, Kuhmagen (fuer meine Medizinerkollegen: Die Schleimhaut liegt nicht wie bei uns in Falten, sondern hat eine noppige Oberflaeche, schmeckt aber wie die Schwimmblase nach nix), Tintenfisch, Garnelen, Austern, Miesmuscheln, Reisnudeln, geronnenes Schweineblut, Wurst, Fisch- und Fleischbaellchen, Teigtaschen, roher Schinken, Sprossen, Gemuese etc. mehr faellt mir gerade nicht ein. Jedenfalls schmeckt uns das asiatische Essen wirklich gut, gar nicht so scharf wie ich befuerchtet hatte. Die Preise in Hong Kong sind allerdings noch nicht auf dem gewuenschten Backpacker Niveau. Unter 3 Euro ist ein Mittagessen von dem wir satt werden kaum zu bekommen.Das Gespraech mit Laetitia und ihrer Freundin Fanny war auch echt nett, wenn auch die beiden von sich aus wenig gefragt haben, so haben sie doch immer schoen brav alles beantwortet was wir wissen wollten wie z.B.: Wie findet ihr die politische Lage hier? Geht so. Was haltet ihr von den Chinesen?
Eher nicht viel. Wie alt seid ihr? 27 und 30, sahen aber viel juenger aus. Wann ziehen die Hong Konger zu Hause aus? Wenn sie Kinder kriegen. Die beiden sind Krankenschwestern. Also haben wir ziemlich viel ueber die Schichten hier und in Deutschland geredet und was einen halt sonst noch so am Arbeitsleben im Krankenhaus interessiert. Fanny ist zum Beispiel auf einer Infektionisstation wo sie die SARS Kranken betreut hat. Im Zuge der Epidemie auch bei den Essstaebchen, deren Handhabung wir so langsam drauf haben, einiges umgestellt: Um das Essen von der gemeinsamen Platte in das persoenliche Schaelchen zu schaffen kann jetzt ein eigenes Paar Staebchen benutzt werden, macht aber keiner.
Manche Fragen konnten die beiden auch nicht beantworten: Wann und wieviel Kinder wollt ihr denn mal so haben? Mit der Direktheit unserer Fragen hatten sie wohl nicht gerechnet, nahmen es uns aber auch nicht uebel. Nach dem Essen waren wir noch ne Stunde im Pub wo Michi und ich ein 5 Euro Bier getrunken haben. Michis Fotolust war schier unersaettlich, das beeindruckte auch die Maedels.Am End waren wir mal wieder erst um zwei im Bett, aber es hat sich gelohnt. Heute morgen waren wir dann schon wieder mit Laetitia und Fanny zum Fruehstueck verabredet.
Das Restaurant war wie schon das erste so ein Insider, wo man als normaler Touri einfach nicht hinfindet. Diesmal gab es noch nicht mal englische Speisekarten was uns die Qual der Wahl gluecklicherweise ersparte. In der Folge bekamen wir fuer laecherliche 3 Euro pro Nase wieder lauter exotische Sachen aufgetischt. Bei dieser Art Brunch werden all die kleinen Gerichte in Bambuskoerbchen gegart und so auf den Tisch gestellt: Huehnerfuesse (nicht dampfgegart), Reisbaellchen frittiert, Reis im Lotusblatt, Fischbaellchen mit Teighuelle (ueberhaupt gibt es andauerd Fleisch oder Fisch oder Gemuese in Teig eingehuellt, Fleischgefuellte Broetchen, bla bla bla.
Wir waren wirklich uebersatt, aber das Programm ging weiter: durch den Flower Market, eine Ansammlung von Pflanzengeschaeften, ging es zum Bird Market, eine Ansammlung von Leuten die Voegel in kleinen Kaefigen verkaufen. Ganz schoen abartig. Mit Tierschutz nehmen die Leute es hier eher nicht so genau.
Auch im Aquaristikviertel mit locker 30 Geschaeften mit identischem Sortiment mussten die Fische in winzigen Tuetchen ausharren. Durch unseren beiden Fuehrer haben wir einen Fahrradladen aufgetrieben wo es Helme zu moderaten Preisen gab. Sogar mit Guetesiegel vom TUEV Rheinland, hoho.
Die Zeit mit Laetitia und Fanny neigte sich dem Ende zu, da mussten wir noch schnell zwei Hong Konger Spezialitaeten probieren: verschimmeltes Tofu, frittiert (angeblich aehnlich wie Kaese). Schmeckte dem Michi wie erwartet gar nicht, ich fands ganz ok. Ausserdem gab es einen kleinen Blaetterteigkuchen mit Eierfuellung, lecker.
So langsam brach dann beim Michi der Sightseeing Stress aus und wir mussten schnell zur Insel Lan Tau fahren, um dort mit dem Bus zu grossen Buddha Statue zu fahren. War alles recht unspektakulaer, ich hab mich irgendwie am meisten ueber den tollen Empfang fuer unseren GPS-Empfaenger gefreut. Irgendwie war diese Buddha Statue auch eher eine Geldquelle der Buddhisten, an jeder Ecke gabs Souvenierstaende mit Nippes.
Da wir ja mit dem Bus die 600 Meter Hoehe gemacht hatten mussten wir uns anderweitig verausgaben. Sind also schnell nach Hong Kong Island zurueckgefahren und haben den Victorias Peak erklommen, den hoechsten Berg mit Sicht auf die City. Die Aussicht war wirklch ganz gut, die Fotos sagen da einfach mehr als man so beschreiben kann. Zurueck sind wir aber mit der Standseilbahn gefahren, wie es auch die Chinesen alle machen.
Bis zum naechsten mal dann, mit wahrscheinlich weniger kulinarischen Details.

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